. Blutwäsche

Charité: Neue Technologie soll Dialysezeit drastisch verkürzen

Ein neues Dialyseverfahren könnte die Dialysezeit künftig signifikant verkürzen, weil Giftstoffe effektiver aus dem Blut herausgefiltert werden. Das meldet die Charité, nachdem sie ihre Entwicklung an ein Medizintechnikunternehmen verkauft hat.
Charité macht Dialysepatienten Hoffnung: kürzere Dialysezeit und besseres Überleben

Charité macht Dialysepatienten Hoffnung: kürzere Dialysezeit und besseres Überleben durch neues Dialyseverfahren

Charité-Wissenschaftler haben ein Dialyseverfahren entwickelt, das eine effektivere und kürzere Dialyse verspricht. Das Verfahren wurde bereits 2011 zum Patent angemeldet. Jetzt hat es offenbar ein international tätiger Medizintechnikhersteller für einen siebenstelligen Betrag gekauft. Nach Klinikangaben soll die Innovation nun gemeinsam weiter entwickelt werden und im kommenden Jahr in einer abschließenden klinischen Studie geprüft werden. Danach werde die neue Technologie in die Anwendung überführt, hieß es. Das Universitätsklinikum stellt nierengeschädigten Patienten nicht nur geringere Dialysezeiten und bessere Lebensqualität in Aussicht, sondern auch ein längeres Überleben vor einer notwendigen Nierentransplantation.

Neues Dialyseverfahren: Wechselstromfelder trennen Giftstoffe von Proteinen

„Nach langer Entwicklungsarbeit ist uns ein vielversprechender Durchbruch gelungen“, erklärt Prof. Dr. Walter Zidek von der Medizinischen Klinik der Charité. Das neue Verfahren sei in der Lage, bis zu 50 Prozent mehr Giftstoffe aus dem Blut von Dialysepatienten herauszufiltern und darum eine echte Innovation.

Die neue Dialysetechnik nutzt die Wirkung von Wechselstromfeldern, um toxische Substanzen aus dem Blutkreislauf zu entfernen. Dabei werden Giftstoffe von Proteinen getrennt – und zwar auch solche, die aneinander binden. Zidek zufolge erreicht kein gängiges Dialyseverfahren eine derartige Blutreinigung. „Ist die Verbindung zwischen Toxin und Protein wieder aufgebrochen, lassen sich mittels herkömmlicher Dialysetechnik die Gifte aus dem Blut filtern und die Toxinbelastung eines Patienten senken“, erläutert der Dialysespezialist.

 

Zeit ist Lebensqualität

Eine Dialyse wird notwendig, wenn etwa 85 bis 90 Prozent der Nierenfunktion ausgefallen sind. In der Regel müssen sich Patienten mindestens dreimal pro Woche einer vierstündigen Blutwäsche unterziehen. Der hohe Zeitaufwand wird von den meisten Patienten als besonders belastend empfunden. Jede Verkürzung bedeutet deshalb einen großen Gewinn an Lebensqualität. 

Foto: © Peter Atkins - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Nieren
 

Weitere Nachrichten zum Thema Dialyse

| Über 100.000 Menschen in Deutschland sind auf ein Nierenersatzverfahren wie die Dialyse oder eine Transplantation angewiesen. Experten und Betroffene wollen den heutigen Weltnierentag nutzen, um die Prävention von Nierenerkrankungen ins Bewusstsein zu rücken.
| Nierenkrankheiten sind bei Diabetikern nach Amputationen die zweithäufigste Komplikation. Anlässslich des Weltnierentages am 11. März 2010 empfahl DiabetesDE in Berlin Diabetikern einen regelmässigen Nierencheck. Der Weltnierentag stand unter dem Motto: "Damit die Nieren länger funktionieren: Ich mach' den Blutzucker-Check!"
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Bei Patienten mit Schlaganfällen unbekannter Ursache und ungeklärtem Auftreten plötzlicher Bewusstlosigkeit (Synkopen) können ein mobiles EKG-Monitoring und telemedizinische Kontrolle schnell und effizient Herzrhythmusstörungen entdecken. Dadurch wird ein schnelles Eingreifen ermöglicht.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.