. Bilanz

Charité meldet positives Jahresergebnis für 2015

Mit einem Jahresüberschuss von 3,7 Millionen Euro hat die Charité zum fünften Mal in Folge ein positives Jahresergebnis erzielt. Das gab die Klinikleitung am Montag auf der Bilanzpressekonferenz bekannt.
Bilanz 2015: Charité erzielt zum fünften Mal in Folge positives Jahresergebnis

Bilanz 2015: Charité erzielt zum fünften Mal in Folge positives Jahresergebnis

Erneut hat die Charité eine schwarze Zahl geschrieben. Laut vorläufigem Jahresergebnis  beträgt der Überschuss in 2015 rund 3,7 Millionen Euro. Im Jahr zuvor (2014) war es noch ein Plus 7,5 Millionen Euro. Trotz dieses leichten Einknicks zeigte sich Charité-Vorstand Karl-Max Einhäupl auf der Bilanzpressekonferenz am Montag mehr als zufrieden mit dem Resultat, „das wir unter schwierigen Rahmenbedingungen und gegen den Trend erreicht haben.“ Das zeige, dass die Charité wirtschaftlich arbeiten könne, sagte er. Laut Finanzchef Alexander Hewer wird sich der positive Trend auch in diesem Jahr fortsetzen.

Scheeres sieht Charité gut aufgestellt

Selbstverständlich ist das nicht. Noch 2008 hatte die Charité ein Minus in zweistelliger Höhe eingefahren. Ein harter Sparkurs hat die Charité dann wieder in den „positiven“ Bereich gebracht. Unterdessen sind viele andere Häuser defizitär. Laut Verband der deutschen Universitätsklinika (VUD) rechnen 62 Prozent mit einem negativen Jahresergebnis für das laufende Jahr. Sandra Scheeres, Aufsichtsratsvorsitzende der Charité und Wissenschaftssenatorin forderte insgesamt mehr Geld für die Universitätsmedizin. „Universitätskliniken sind Supramaximalversorger, darum brauchen wir deutschlandweit eine bessere Finanzierung der Krankenversorgung über den Bund bzw. die Krankenkassen“, sagte sie. Gleichzeitig lobte sie die Charité für ihre wirtschaftliche Performance, ihre wissenschaftliche Weiterentwicklung und betonte insbesondere das soziale Engagement in der Flüchtlingskrise. „Das ist nur möglich, weil die Charité so stark aufgestellt ist wie nie zuvor", meinte Scheeres. 

Das Land Berlin hat dafür mit dem Masterplan, dem Infrastrukturprojekt (SIWA) und dem Investitionspakt Hochschulbau wichtige Weichen gestellt. Dadurch stehen der Charité Mehr als 60 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung.

Beständiger Reformkurs

Ein dickes Lob für die Mitarbeiter kam vom Ärztlichen Direktor der Charité Prof. Ulrich Frei. Die anhaltend hohe Bereitschaft der Beschäftigten und Freiwilligen bei der Aktion „Charité hilft“, die im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde, sei beeindruckend, sagte er. Die Charité versorgt zum Beispiel Flüchtlinge in der Erstregistrierungsstelle in der Bundesallee sowie am LageSo. Außerdem, so Frei, sei der beständige Reformkurs ohne die hohe Bereitschaft der Mitarbeiter nicht möglich gewesen.

Dabei gab es im vergangenen Sommer heftige Kämpfe zwischen Charité-Führung und Mitarbeitern. Mit einem zehntägigen Streik hatte die Pflege unter anderem mehr Personal auf den Stationen und im Nachtdienst durchgesetzt. Die Charité musste dafür tief in die Tasche greifen. Umso überraschender kam für machen jetzt das positive Jahresergebnis.  

Foto: © rolfkremming - Fotolia.com

Hauptkategorie: Berlin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Charité

Weitere Nachrichten zum Thema Charité

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Eine britische Studie liefert Hinweise darauf, dass hochgradig verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte das Krebsrisiko erhöhen können. Eine eindeutige Kausalität konnte durch die Analyse allerdings nicht bewiesen werden. Dazu sind noch weitere Forschungen notwendig.
. Top-Fortbildungen
. Top-Termine
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.