. Abschottung nach aussen

Charité eröffnet grösste Isolierstation Deutschlands

Nach vierjähriger Bauzeit eröffnete die Charité - Universitätsmedizin Berlin am 8. Dezember 2010 am Campus Virchow-Klinikum eine vollständig sanierte Isolierstation für Patientinnen und Patienten mit lebensgefährlichen und hoch ansteckenden Krankheiten. Mit zwanzig Betten ist sie die grösste Sonderisolierstation Deutschlands.
Charité eröffnet grösste Isolierstation Deutschlands

Foto: DAK/SCholz

 

Insgesamt förderte das Land Berlin den Umbau mit 11,35 Millionen Euro. Dafür wurden im Quarantänebereich ein Labor und ein Operationssaal eingerichtet. Die Abschottung nach aussen entspricht höchsten technischen Ansprüchen: "Vier Unterdruckstufen verhindern, dass verunreinigte Luft gegen den Luftstrom in Bereiche gelangt, wo sich Personal ungeschützt aufhält", erläuterte Dr. Frank Bergmann, Ärztlicher Leiter der Station. "Hinzu kommen Hochleistungsfilter, die das Austreten von Erregern aus der Station unterbinden." Dr. Bergmann erinnerte daran, dass es 2003 allein durch die Isolierung Erkrankter gelungen sei, trotz weltweiter Verbreitung den Erreger der tödlichen Lungenkrankheit SARS wieder zurückzudrängen.

Modernste Technik in der größten Isolierstation Deutschlands

Spätestens zwei Stunden nach einem gemeldeten Infektionsfall ist die Sonderisolierstation hundertprozentig einsatzfähig. Ebola, das Marburg-Virus-Fieber oder Lungenpest und andere lebensgefährliche Infektionskrankheiten können auf dieser Station mit modernster Medizintechnik behandelt werden. "Bei Vollauslastung benötigen wir etwa 200 hervorragend geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die Versorgung, Hygiene, Technik und Logistik rund um die Uhr zu gewährleisten", berichtete Dr. Bergmann. Im Normalbetrieb nimmt die Station Menschen mit leichteren Infektionen und Lungenerkrankungen auf. Dadurch hat das Personal Routine im Umgang mit den örtlichen Gegebenheiten und der vorhandenen Technik. Das Auftreten einer Seuche trainieren die Beschäftigten regelmässig. Jeden Monat wird darüber hinaus die Technik des Hauses auf Herz und Nieren geprüft. "Diese Vorbereitungen auf den Ernstfall, Betriebsaufwendungen sowie Ersatzbeschaffungen kosten mehr als eine Million Euro im Jahr", erklärte Dr. Bergmann.

Katrin Lompscher, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, sagte bei der Eröffnungsveranstaltung: "Damit ist Berlin in der Lage, seltene und gleichzeitig sehr bedrohliche Krankheiten, die sich in heutiger Zeit schnell über die Welt verbreiten, entsprechend zu behandeln. Dies ist von grosser Bedeutung für den vorsorgenden Gesundheitsschutz der Bevölkerung - auch in einem möglichen Katastrophenfall." 

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