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04.06.2021

CAR-T-Zelltherapie künftig auch gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Bauchspeicheldrüsenkrebs geht allen medizinischen Fortschritten zum Trotz immer noch mit einer schlechten Prognose einher. Nun melden Forscher aus München einen Erfolg: Im Labor konnten sie den Tumor mit Hilfe einer speziellen CAR-T-Zelltherapie abtöten. Klinische Studien sind in Vorbereitung.
Forscher aus München entwickeln CAR-T-Zelltherapie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Forscher aus München entwickeln CAR-T-Zelltherapie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Immuntherapien sind zu einer vierten Säule in der Krebstherapie geworden. Doch Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs profitieren bislang nicht von dem medizinischen Fortschritt. Fünf Jahre nach der Diagnose leben nur noch zehn Prozent der Betroffenen.

Zwar weiß man, dass T-Zellen des Immunsystems Tumore grundsätzlich bekämpfen können. Doch die „Killerzellen“ haben es äußerst schwer, zum Pankreaskarzinom vorzudringen, da der Tumor von dichtem Stroma-Gewebe umgeben ist. Außerdem senden die Tumorzellen einen Botenstoff namens CXCL16 aus, der eine Gruppe von Immunzellen anlockt, die einen Angriff gegen den Tumor verhindern.

Immunsystem mit CAR-T-Zellen scharf gemacht

Forscher des Klinikums der Universität München (LMU) versuchen daher, die im Wettstreit liegenden Immunzellen mit einem genetischen Trick zu überlisten. Jene T-Zellen, die den Tumor theoretisch bekämpfen können, werden mit einem Rezeptor ausgestattet, der auf das CXCL16 Signal mit einem Angriff reagieren könnte. Dafür hat das Team um Prof. Sebastian Kobold sogenannte CAR-T-Zellen genutzt, CAR-T steht für „chimärer Antigenrezeptor in T-Zellen“. Der Name beschreibt die gentechnischen Veränderungen, die aus T-Zellen aggressive Tumorkiller machen.

In diesem Fall haben die Forscher auf den T-Zellen eine Art Antenne aufgebracht, die ein ganz spezielles Molekül auf der Oberfläche der Tumorzellen erkennen. Mit Hilfe der Antenne spüren die T-Zellen die Tumorzellen auf, docken an sie an und zerstören sie. Außerdem bauten die Forscher das Gen für den fehlenden Rezeptor in die CAR-T-Zellen ein. „In allen Laborversuchen fanden die so ausgestatteten CAR-T-Zellen ihr Ziel und attackierten die Krebszellen von Pankreastumoren“, berichtet Sebastian Kobold. Das sei ein durchschlagender Erfolg. Die Ergebnisse der Forscher wurden nun im Fachmagazin  „Nature Biomedical Engineering“ veröffentlicht.

 

Klinische Versuche in Vorbereitung

Derzeit sind die Krebsforscher dabei, die CAR-T-Zellen für die ersten klinischer Versuche vorzubereiten, was strengen behördlichen Auflagen unterliegt. Parallel laufen auch die Vorbereitungen für klinische Studien. Insgesamt ein langwieriger Prozess, der nach Angaben von Kobold noch lange dauern kann.  „In ein paar Jahren“, erklärt der Mediziner, „wissen wir dann, ob sich unsere Hoffnungen auf eine neue Therapie gegen Pankreastumore erfüllen.“

Die ersten CAR-T-Zell-Therapien sind gegen bestimmte Formen von Blutkrebs und Lymphdrüsenkrebs zugelassen. Auch hier gingen jahrelange Vorarbeiten voraus.

Foto: © Adobe Stock/ denisismagilov

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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