. Gesetzesentwurf

Bundeskabinett spricht sich für Erhöhung des Reha-Budgets aus

Das erste Päckchen hat die neue Bundesregierung geschnürt: Das Bundeskabinett hat an diesem Mittwoch das so genannte Rentenpaket beschlossen. Mit kontrovers diskutierten Inhalten.
Bundeskabinett spricht sich für Erhöhung des Reha-Budgets aus

Die Rehabilitation soll aufgewertet werden, damit Menschen länger arbeitsfähig bleiben

Neben der so genannten Mütterrente, der Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren und der Reform der Erwerbsminderungsrente beinhaltet das von der neuen Bundesregierung geschnürte Paket auch die lange geforderte und immer wieder verworfene Erhöhung des Reha-Budgets um 200 Millionen Euro.

Wird der Entwurf tatsächlich Gesetz, so könnten viele Menschen in Deutschland wieder leichter und schneller von wichtigen Rehabilitationsmaßnahmen profitieren.

Arbeiten bis 67? Gezielte Reha hilft dabei

Sie sollen länger arbeiten – und immer mehr. Wer aber sorgt dafür, dass die vielen Erwerbstätigen in Deutschland auch möglichst lange möglichst gesund an ihrem Arbeitsplatz bleiben können? Die Rehabilitation spielt hier seit jeher eine große Rolle – wenn ihr in vergangener Zeit auch politisch immer weniger Bedeutung beigemessen wurden. So scheiterten in der Vergangenheit immer wieder Pläne, die finanziellen Mittel für notwendige Reha-Maßnahmen anzupassen. Und das, obwohl auch von wissenschaftlicher Seite immer wieder belegt worden war, dass die Gesunderhaltung durch Reha nicht nur alternativlos, sondern auch eine Investition in die Volkswirtschaft ist. So schrieb jüngst noch Thomas Bublitz, der Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken im einem Kommentar in der kma: „Seit Jahren erhalten Menschen nicht mehr alle Rehabilitationsleistungen, um erwerbsfähig zu bleiben.“ Die Konsequenz: Sie verlieren ihre Arbeit und sind gezwungen, Rente zu beziehen – und das, obwohl es in vielen Fällen möglich gewesen wäre, mit geeigneten Reha-Maßnahmen ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

Stringente Genehmigungspraxis ist vielen ein Dorn im Auge

Bublitz prangerte in diesem Zusammenhang auch die stringente Genehmigungspraxis der Deutschen Rentenversicherung an und mahnte: „Die Bundesregierung verliert an Glaubwürdigkeit, wenn sie mit dem Anstieg des Renteneintrittsalters auf 67 nicht gleichzeitig Maßnahmen ergreift, um die alternde Erwerbsbevölkerung arbeitsfähig zu halten“. Sprich: Wer A sagt, muss auch B durchsetzen.

Es scheint, als könne sich die Bundesregierung diesmal dazu durchringen, mit dem Rentenpaket auch diejenigen zu beschenken, die ihre Arbeitskraft so lange wie möglich einsetzen wollen. Und letztlich profitieren davon auch die Sozialversicherungen: Wer länger arbeitet, zahlt erstens länger Beiträge – und ist auch weniger auf Leistungen aus Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung angewiesen.

Das „Gesetz über Leistungsverbesserungen in der Rentenversicherung“ soll übrigens  zum 1. Juli in Kraft treten – vorausgesetzt, das Paket wird nicht noch einmal aufgeschnürt!

Autor: red
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rehabilitation , Gesundheitspolitik

Weitere Nachrichten zum Thema Reha

| Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sind von der Arbeitswelt nach wie vor stark ausgegrenzt. Das ist das Ergebnis einer Studie von Prof. Steffi G. Riedel-Heller und Dr. Uta Gühne vom Institut für Sozialmedizin der Universität Leipzig. Sie erstellten sie im Auftrag von Gesundheitsstadt Berlin e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und präsentierten sie jetzt in Berlin.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.
. Weitere Nachrichten
Bei Frauen mit genetisch bedingtem Lungenhochdruck kann Östrogen eine Rolle bei der Erkrankung spielen. Experimente zeigen nun, dass Medikamente, die das Östrogen hemmen, der Erkrankung vorbeugen und auch zu ihrer Behandlung dienen können.
Knapp drei Millionen Tiere sterben in Deutschland jedes Jahr für die Forschung – viele davon umsonst, weil sich die Ergebnisse aus Tierversuchen oft nicht auf Menschen übertragen lassen. Nun wurde ein Modellsystem ausgezeichnet, das Tierversuche in der Schlaganfallforschung ersetzen soll.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Raum 12.109/110 im Erdgeschoss, Landsberger Allee 49, 10249 Berlin
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.