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Bundeskabinett beschließt Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie – DART 2020

Im Kampf gegen multiresistente Keime hat das Bundeskabinett am 13. Mai die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie – DART 2020 verabschiedet. Experten sprechen von einem wichtigen Schritt. Doch ohne gesellschaftliches Umdenken wird das Konzept nicht aufgehen.
Bundeskabinett beschließt Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie – DART 2020

Bakterien werden wieder bedrohlich. Die Bundesregierung setzt deshalb auf die Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie – DART 2020

Die Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen ist ein weltweites Problem. Experten warnen schon lange vor den Konsequenzen. Ohne wirksame Antibiotika können Krankheiten, die heute gut heilbar sind, zu schweren Gesundheitsschäden führen. Deutschland hat bereits 2008 eine nationale Strategie zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen begonnen. Diese Bemühungen werden nun mit der am Mittwoch verabschiedeten Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie – DART 2020 fortgesetzt.

Antibiotika-Resistenzstrategie – DART 2020

„Nötig sind klare Regeln für den Einsatz von Antibiotika in der Medizin und in der Tierhaltung“, erklärte dazu Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Aber auch die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika, alternativer Therapiemethoden und Tests zur Schnelldiagnostik müsse vorangerieben werden. „Mit der neuen Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie treiben wir die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen auf allen Ebenen voran“, betonte Gröhe.

 

Bedrohung durch Multiresistente Keime lässt sich nicht auf ein Hygieneproblem der Krankenhäuser reduzieren

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßte die neue Strategie. Sie fordert seit langer Zeit, die Resistenzbildung von Bakterien gegen Antibiotika nicht auf ein Krankenhaus-Hygiene-Problem zu reduzieren, sondern die Resistenzbildung als bevölkerungspolitisches Problem breit anzugehen. „Sehr viele Patienten, die Infektionen im Krankenhaus erleiden, haben die verursachenden Keime selbst mit in die Klinik gebracht“, sagte DKG-Geschäftsführer Georg Baum. Daher sollten seiner Ansicht nach Patienten, bei denen besondere Risiken bestehen, schon vor der Krankenhausaufnahme auf diese Keime hin untersuchen. Bislang werden solche Screenings allerdings von den Krankenkassen nicht vergütet. Baum forderte die Kassen auf, entsprechende Vergütungsmöglichkeiten für die niedergelassenen Ärzte zu schaffen.

Sorgloser Umgang mit Antibiotika in Praxen und Tierhaltung

Doch das Problem ist viel breiter. Gerade im ambulanten Bereich werden Antibiotika nach wie vor viel zu sorglos verschrieben, etwa bei einer banalen Erkältung. In vielen Fällen fordern die Patienten sie sogar ein, weil sie schnell wieder fit werden wollen. Hier muss ein Umdenken in der Bevölkerung stattfinden, das durch eine Antibiotika-Resistenz Strategie allenfalls angestoßen werden kann. In der Tierhaltung ist der Einsatz von Antibiotika ebenfalls Gang und Gäbe. Hier wird den Tieren massenhaft Antibiotika ins Futter gemischt, obwohl genau dieser Missbrauch die Zunahme von Antibiotikaresistenzen beschleunigt. „Unser Ziel muss es sein, den Einsatz von antibiotisch wirksamen Mitteln weiter zu begrenzen“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Er sieht in der Novelle des Arzneimittelgesetzes und dem damit neu etablierten Minimierungssystem einen Meilenstein. „Damit haben wir die Voraussetzungen für die konsequente Erfassung und, auf dieser Grundlage, kontinuierliche Senkung des Arzneimitteleinsatzes geschaffen“, so der Minister optimistisch.

Weil kein Staat den weltweiten Anstieg von Antibiotika-Resistenzen alleine aufhalten kann, soll auf der WHO-Versammlung nächste Woche ein gemeinsamer Fahrplan verabschiedet werden. Auch beim G7-Treffen im Juni steht das Thema auf der Agenda.

Foto: royaltystockphoto - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik
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