Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Bundesärztekammer fordert zur Grippeschutzimpfung auf

Mittwoch, 7. Oktober 2015 – Autor: Angela Mißlbeck
Die Bundesärztekammer hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Grippeschutzimpfung zu nutzen und sich jetzt gegen die saisonale Influenza impfen zu lassen. So soll einer neuen, schweren Grippewelle in diesem Herbst und Winter vorgebeugt werden.
Grippeschutzimpfung soll Infektionsgefahr eindämmen

Die Bundesärztekammer plädiert für Impfpflicht und rät zu Grippeimpfung. – Foto: harald.si@web.de

„Eine echte Virusgrippe ist keine harmlose Erkältungskrankheit. Vor einer schwer verlaufenden Erkrankung kann eine Grippeimpfung schützen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) Professor Frank Ulrich Montgomery. Er appellierte vor allem an sogenannte Risikogruppen, sich impfen zu lassen. Dazu zählen Schwangere, ältere und chronisch kranke Menschen und medizinisches und pflegerisches Personal.

Aber auch die Flüchtlinge und Helfer in den Notunterkünften seien besonders gefährdet, sich mit Grippe zu infizieren, weil sie in den Erstaufnahmeeinrichtungen auf engstem Raum leben. „Viele von ihnen sind nach langer Flucht geschwächt und oftmals fehlt der Impfschutz. Die Gefahr einer Ansteckung ist bei ihnen besonders hoch. Alle Flüchtlinge sollten deshalb sehr schnell geimpft werden können“, forderte Montgomery.

Der Ärztepräsident kritisierte, dass die Impfquoten in Deutschland zuletzt zu niedrig waren. „Leider lassen sich in Deutschland zu wenige Menschen gegen die Grippe impfen“, so Montgomery.

Zu wenig Menschen aus Risikogruppen gegen Influenza geimpft

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) war im letzten ausgewerteten Zeitraum (Winter 2013/2014) etwa die Hälfte der Menschen über 60 Jahren und weniger als ein Viertel der chronisch kranken Menschen zwischen 18 und 59 Jahren gegen Influenza. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert für diese Risikogruppen eine Impfquote von mindestens 75 Prozent, damit die Infektionsgefahr eingedämmt werden kann.

Mit Blick auf diese sogenannten Impflücken in der Bevölkerung bekräftigte der Ärztepräsident seine Forderung nach einer Impfpflicht. „Man muss sich vergegenwärtigen, dass man mit Impfung nicht nur Verantwortung für die eigene Gesundheit übernimmt, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Die Impfpflicht ist notwendig, damit die Gesellschaft insgesamt geschützt wird“, so Montgomery. Das gilt seiner Meinung nach besonders, um gefährliche Krankheiten wie beispielsweise die Masern zu bekämpfen. Der Ärztepräsident forderte aber auch eine bessere Impfstrategie mit einer guten Aufklärung.

 

Zweifel an Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung

Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Grippeschutzimpfung sind jedes Jahr wieder in der Diskussion. Zuletzt gab es Kritik an den Impfstoffen, die die Krankenkassen ihren Versicherten zur Verfügung stellen. Sie würden nur gegen einen B-Viren-Stamm immunisieren, nicht aber gegen einen zweiten, wie bestimmte andere, vierfach wirksame Impfstoffe, kritisierten führende Virologen.

Laut RKI lag die Effektivität der Grippeschutzimpfung in der vergangenen Grippesaison nur bei 27 Prozent, weil die ein Virenstamm sich veränderte, als die Impfstoffproduktion bereits begonnen hatte. Der abweichende Virenstamm wurde bei 62 Prozent der Influenzaerkrankten 2014/2015 nachgewiesen. Das RKI weist aber auch darauf hin, dass das eine Ausnahme war. In anderen Saisons sei die Wirksamkeit in der Regel deutlich höher und liege zwischen 40 und 60 Prozent.

Foto: sharryfoto – fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bundesärztekammer ruft zur Grippeschutzimpfung auf

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Etwa 5 Prozent der Bevölkerung verträgt kein Gluten. Das ist ein Klebereiweiß, das in Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Emmer vorkommt. Doch Lebensmittel haben, wenn Getreide verarbeitet wurde, einen sehr unterschiedlichen Glutengehalt.


Ob in der Arztpraxis oder im Fitnessstudio: Der BMI gilt als beliebte Methode um festzustellen, ob jemand zu dick ist. Wissenschaftler kritisieren das. Der BMI unterscheide nicht zwischen Muskeln und Fett und sage nichts über die Fettverteilung aus.
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin