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09.04.2016

Bunderegierung beschließt Strategie gegen HIV und Hepatitis

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen HIV, Hepatitis B und C sowie sämtliche sexuell übertragbare Infektionskrankheiten bis 2030 drastisch eingedämmt werden. Eine entsprechende Präventions-Strategie hat nun das Bundeskabinett beschlossen.
2030 soll alles besser werden: Bund geht mit einer Strategie gegen HIV, Hepatitis und Syphilis vor

2030 soll alles besser werden: Bund geht mit einer Strategie gegen HIV, Hepatitis und Syphilis vor

Deutschland gehört zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa. Trotz dieses Erfolgs stagniert die Zahl der Neuansteckungen seit Jahren. Ein Rückgang ist nicht in Sicht. Insbesondere wegen des stark gestiegenen Zuzugs von Migranten und Flüchtlingen wird von offizieller Seite ein Anstieg von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis oder Gonorrhoe erwartet. Das Bundesgesundheitsministerium hat darum eine neue Strategie gegen HIV/AIDS, Hepatitis B und C sowie andere sexuell oder durch Blut übertragbarere Infektionen ausgearbeitet. Am Donnerstag wurde das Papier vom Bundeskabinett verbschiedet, jetzt muss es noch den Bundestag und Bundesrat passieren.

Synergien zur Infektionsbekämpfung nutzen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will mit der Strategie "BIS 2030 - Bedarfsorientiert, Integriert, Sektorübergreifend" gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: „Da HIV, Hepatitis B und C sowie andere sexuell übertragbare Infektionen vergleichbare Übertragungswege und -risiken haben, werden die verschiedenen Krankheitserreger künftig in einer gemeinsamen, integrierten Strategie in den Blick genommen“, erklärte er am Donnerstag. So könnten Gemeinsamkeiten in der Prävention, Diagnostik und Testung der Krankheiten und bei der Versorgung der Patientinnen und Patienten besser genutzt werden. Gröhe sieht bei der Infektionsbekämpfung sein Ministerium mit den Bundesländern, Verbänden und Selbsthilfeorganisationen an einem Strang arbeiten.

Im Mittelpunkt der Strategie steht, Wissen über die Krankheiten, ihre Übertragungswege und die Schutzmaßnahmen zu vermitteln. Um Präventions- und Versorgungsangebote passgenau auf verschiedene Altersgruppen und Lebensbereiche zu schneidern zu können, sollen zunächst aktuelle Daten erhoben werden. Geplant ist, eine Vernetzung der staatlichen Institutionen, dem Gesundheitsbereich, freien Trägern, Selbsthilfeorganisationen und anderen Akteuren.

 

Starker Anstieg von Syphilis seit 2010

Eine erste nationale HIV-Strategie gab es bereits im Jahr 2005. Seither haben sich die Zahlen in Deutschland stabilisiert. 2014 wurden 3.200 neue HIV-Infektionen registriert. Ende 2014 lebten in Deutschland etwa 84.000 Menschen mit HIV. Dagegen ist etwa bei Syphilis seit 2010 ein starker Anstieg zu verzeichnen. 2014 wurden 5.722 Fälle gemeldet, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg ist allerdings nur bei Männern zu beobachten. Bei Frauen sind die absoluten Zahlen wesentlich niedriger und waren 2014 sogar rückläufig.

Entwicklungshilfe nimmt HIV in den Blick

Neben der nationalen Strategie will die Bundesregierung auch ihre internationalen Aktivitäten ausweiten und etwa den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria unterstützen. Zielgröße ist, gemäß den Vorgaben der Vereinten Nationen die AIDS-Epidemie bis zum Jahr 2030 zu beenden und Hepatitis und andere übertragbare Infektionen zu bekämpfen.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller kündigte an, konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von HIV eng mit der Stärkung der lokalen Gesundheitssysteme zu verknüpfen, insbesondere in Subsahara-Afrika. Gleichzeitig wolle man sich in diesen Ländern für die Stärkung der Frauenrechte einsetzen. Jeder müssen einen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. „Es muss unser Ziel sein, die Neuinfektionen mit HIV drastisch zu reduzieren. Wir setzen daher auf Prävention und verbesserte medizinische Versorgung“, so Müller.

Foto: Syda Productions - Fotolia.com

Autor: ham
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