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27.10.2016

Bucher Forscher entwickeln neuartige Methode zur Parkinson-Diagnostik

Bei kaum einer anderen Krankheit gibt es so viele Fehldiagnosen wie bei Morbus Parkinson. Mit Hilfe eines Edelgases wollen Forscher vom Campus Buch nun Abhilfe schaffen. Das Vorhaben wird von der Michael J. Fox Foundation unterstützt.
Am FMP in Berlin Buch startet ein neues Projekt zur Früherkennung der Parkinson’schen Krankheit mit stark magnetisiertem Xenon-Gas

Am FMP in Berlin Buch startet ein neues Projekt zur Früherkennung der Parkinson’schen Krankheit mit stark magnetisiertem Xenon-Gas

Parkinson ist eine Schockdiagnose. Umso schlimmer, dass sie oft gar nicht stimmt. Deutschlands Hausärzte irren sich in jedem zweiten Fall, bei Neurologen stellt sich immerhin jede vierte Parkinson-Diagnose als Irrtum heraus. Der Grund: Es gibt nicht den einen Marker für Morbus Parkinson. Die Diagnose ist ein Zusammenspiel aus neurologischer Anamnese und mehreren Tests, letztlich spielt die Erfahrung des Arztes eine entscheidende Rolle. Dabei ist bekannt, dass ein möglichst früher Behandlungsbeginn einen günstigen Einfluss auf das Fortschreiten der Erkrankung hat. 

Edelgas Xenon bindet an Parkinson-Ablagerungen

Weltweit wird deshalb nach einer verlässlichen Früherkennungsmethode gesucht. Forscher vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin Buch verfolgen nun einen außergewöhnlichen Ansatz: Sie nutzen das Edelgas Xenon, um Ablagerungen des Proteins α-Synuclein im Gehirn aufzuspüren, die als eine der Ursachen der Parkinson‘schen Krankheit gelten. Das künstlich magnetisierte Xenon soll in den kommenden Jahren als Basis für eine neue Art von Kontrastmittel dienen, so dass bislang unsichtbare Moleküle in der Magnetresonanztomographie (MRT) nachgewiesen werden können. 

Eine herkömmliche MRT ist für die Diagnose von Parkinson zu schwach. Man bräuchte ein 20.000-fach stärkeres Magnetfeld, um schärfere Bilder und schnellere Aufnahmen zu erzielen. Doch das ist auf der Erde nicht machbar. Der neue Ansatz aus Buch umschifft dieses Problem, in dem die detektierten Moleküle so manipuliert werden, dass sie ein deutlich verstärktes Signal aussenden – so als ob sie sich in einem viel stärkeren Magnetfeld befänden.

Das Kontrastmittel werde dabei zunächst die Anwesenheit des Proteins durch eine Signaländerung des Xenons nachweisen, bevor es zu den schädlichen Ablagerungen komme, berichten die Forscher um Leif Schöder. „Es hat damit auch gleichzeitig einen Schutzeffekt, da die weiteren Prozesse der Ablagerungen unterbunden werden.“

 

Michael J. Fox Foundation unterstützt die Bucher Forscher

Das Team um den Physiker Leif Schröder forscht seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Xenon-Magnetresonanztomographie. Ziel ist es, krankhafte Zellen wie etwa Krebs im Körper aufzuspüren – oder eben auch neurodegenerative Prozesse wie bei Alzheimer oder Parkinson. Das hierbei verwendete Xenon ist für den Menschen harmlos.

Dass nun ein spezielles Kontrastmittel für die Parkinson-Diagnostik entwickelt wird, ist der Förderung durch die Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research zu verdanken. Die Stiftung des an Parkinson erkrankten Schauspielers steckt in den kommenden drei Jahren 349.500 US-Dollar in das Projekt. 

Foto: © Sebastian Kaulitzki - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Medizin
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