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Brustkrebs: Boost-Bestrahlung kann Rückfälle verhindern

Nach einer brusterhaltenden Operation kann eine Boost-Bestrahlung im ehemaligen Tumorbereich verhindern, dass es an der operierten Brust erneut zum Krebswachstum kommt. Das hat die europäische Langzeitstudie EORTC bestätigt.
Boost-Bestrahlung

Bei der Therapie von Brustkrebs kann eine Boost-Bestrahlung sinnvoll sein

Brustkrebspatientinnen wird nach einer brusterhaltenden Operation häufig zu einer Strahlentherapie geraten. Zusätzlich kann ein sogenannter Boost zur Anwendung kommen. Dabei handelt es sich um eine kurze Extrabestrahlung auf die ehemalige Tumorregion, die verhindern soll, dass es an der operierten Brust erneut zum Krebswachstum kommt. Die Effektivität dieses Verfahrens wurde nun durch eine europäische Langzeitstudie bestätigt, in der die Studienteilnehmerinnen über 20 Jahre lang beobachtet wurden. Es stellte sich heraus, dass insbesondere Frauen unter 50 Jahren sowie Patientinnen mit einem erhöhten Rückfallrisiko von der Extra-Bestrahlung profitierten. Auch die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) betont nun den Nutzen einer Boost-Behandlung. 

Boost-Bestrahlung zeigt noch nach 20 Jahren Nutzen

Die Teilnehmerinnen der EORTC-Studie werden seit dem Ende der Behandlung regelmäßig nachuntersucht, um herauszufinden, für welche Patientinnen der Boost den größten Nutzen bringt. Schon in den ersten Jahren zeigte sich, dass Frauen mit ungünstigen Gewebemerkmalen, sogenannten „high-grade“-Tumoren, den größten Nutzen haben. Dies konnte auch noch nach 20 Jahren bestätigt werden. Um die optimale Dosis zu bestimmen, hatte die European Organization for Research and Testament of Cancer (EORTC) zwischen 1989 und 1996 eine Studie mit 5.569 Brustkrebs-Patientinnen durchgeführt. Die Hälfte der Frauen erhielt neben der üblichen eine zusätzliche Bestrahlung, den sogenannten Boost.

 

Vor allem jüngere Patientinnen profitieren

Nach Angaben der DEGRO zeigt die Langzeitanalyse deutlich, dass prinzipiell alle Frauen von einer Dosisaufsättigung profitieren können. Der größte Vorteil zeigt sich jedoch für jüngere Patientinnen sowie für Frauen, bei denen der Pathologe in der Nähe des invasiven Karzinoms die Krebsvorstufe DCIS gefunden hat. Bei jüngeren Frauen mit DCIS in der Nähe des Primärtumors verringerte die Boost-Bestrahlung die Rate von Lokalrezidiven an der operierten Brust von 31 auf 15 Prozent, halbierte sie also. Die Verlaufskurven lassen sogar vermuten, dass die Vorteile sich nach Ablauf von 20 Jahren noch weiter verstärken könnten

„Die EORTC-Studie zeigt, wie notwendig eine lange Nachsorge ist“, betont Professor Jürgen Debus, Präsident der DEGRO, in einer Mitteilung der Gesellschaft. Die Langzeitdaten seien gerade für die jungen Brustkrebs-Patientinnen sehr wichtig. „Prinzipiell ist ein Boost jedoch bei allen Frauen sinnvoll“, so Debus.

Foto: © Wolfilser - Fotolia.com

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