. Krankenpflege, Kinderkrankenpflege, Altenpflege

Brandenburg beginnt mit Reform der Pflegeausbildung

Die Reform der Pflegeausbildung ist beschlossen, muss aber noch umgesetzt werden. Die Vorbereitungen dafür starten nun in Brandenburg.
In Brandenburg beginnt die Reform der Pflegeausbildung

Mehr Pflegekräfte erhofft sich die Politik von der Reform der Pflegeausbildung.

Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege sollen ab 2020 in einer einheitlichen Pflegeausbildung erlernbar sein. Das hat der Bundestag im sogenannten Pflegeberufereformgesetz mit Zustimmung des Bundesrats im vergangenen Sommer beschlossen. Die Umsetzung der Reform der Pflegeausbildung ist jedoch Ländersache. Nun macht sich Brandenburg auf den Weg, der (noch) nicht ohne Hürden ist. Das Brandenburgische Gesundheits- und Sozialministerium (MASGF) vermisst noch einige bundesrechtliche Rahmenvorgaben.

„Zwar hat der Bundestag im letzten Sommer das Gesetz endlich verabschiedet. Aber die Finanzierungsverordnung des Bundes fehlt noch immer, und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung liegt uns erst seit zwei Wochen als Entwurf vor“, kritisiert die Brandenburgische Gesundheits- und Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Thiedt. Sie vermisst daher noch Klarheit, wie die Ausbildung in der Pflege künftig tatsächlich erfolgen solle. Dennoch hat das MASGF Mitte April den Startschuss für die Reform der Pflegeausbildung gegeben und ist mit rund 100 Akteuren der Pflege in einen Fachdialog eingestiegen.

Reform der Pflegeausbildung betrifft alle Pflegeschulen

Hartwig-Thiedt erklärte, man könne mit den Vorbereitungen nicht länger warten, wenn die neue Pflegeausbildung tatsächlich ab 1. Januar 2020 starten solle. „Die Zeit ist denkbar knapp. Wenn wir auch künftig eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Pflegeausbildung im Land Brandenburg anbieten wollen, müssen wir jetzt die Weichen stellen“, so die Staatssekretärin. Sie wies darauf hin, dass die Umsetzung für die Länder eine große Herausforderung darstelle. Die Reform habe enorme Auswirkungen auf die gesamte Pflege- und Schullandschaft. „Innerhalb kürzester Zeit müssen zwei sehr unterschiedliche Ausbildungssysteme – im Krankenhaus sowie in der ambulanten und stationären Altenpflege – zusammengeführt werden“, so Hartwig-Thiedt. Sie appellierte daher an alle Beteiligten, an diesem Prozess konstruktiv mitzuarbeiten.

Pflegeschulen in Brandenburg haben offene Plätze

Die Brandenburgische Staatssekretärin betrachtet die Reform der Pflegeausbildung als einen wichtigen Schritt, um die Pflege insgesamt attraktiver zu gestalten und so mehr Menschen für den Beruf zu begeistern. Das ist aus Brandenburger Sicht dringend nötig, denn: „Der Bedarf an gut ausgebildeten Pflegekräften steigt rasant. Schon heute können freie Stellen oft nur schwer besetzt werden“, so Hartwig-Thiedt.

Die Plätze an den Pflegeschulen in Brandenburg sind derzeit nach Angaben des MASGF bei weitem nicht alle besetzt. In den landesweit 17 staatlich anerkannten Schulen für Krankenpflege und drei staatlich anerkannte Kinderkrankenpflegeschulen mit einer Gesamtausbildungskapazität von rund 2200 Plätzen waren im Jahr 2016 den Angaben zufolge 1904 Plätze belegt. Von den rund 2500 Plätzen in den 18 staatlich anerkannten Altenpflegeschulen waren gar nur 1674 vergeben.

Foto: Marco2811 - fotolia.com

Hauptkategorie: Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Pflege , Pflegekräfte , Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg

Weitere Nachrichten zum Thema Reform der Pflegeausbildung

| Die Bundesregierung plant die Zusammenlegung der bisher getrennten Ausbildungen für Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Eltern, Ärzte und Pflegekräfte sorgen sich, dass dadurch vor allem die Qualität der Kinderkrankenpflege leidet.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.