. Grüne Woche

BPI warnt vor Aussagen zur gesundheitsfördernden Wirkung von Lebensmitteln

Gesundheitsbezogene Werbeaussagen in der Lebensmittelwerbung müssen nachprüfbar und durch Studien belegt sein. Das betont der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie anlässlich der Grünen Woche in Berlin.

Gesund ist der Apfel auf jeden Fall - aber darf man das auch bewerben?

Die Regelung der sogenannten Health Claims Verordnung werde noch immer nicht für Lebensmittel mit pflanzlichen Inhaltsstoffen (Botanicals) umgesetzt. „Wenn wir auf der Internationalen Grünen Woche hören, dass es vorrangiges Ziel sein muss unsere Standards in der Lebensmittelindustrie zu halten, die Kennzeichnung zu verbessern und somit den Verbraucherschutz zu erhöhen, dann muss die Bundesregierung auch bei der EU darauf pochen, dass die Bewertung der Botanicals durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) endlich durchgeführt wird“, wird Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des BPI in einer Pressemittelung zitiert. 

Nicht alle Lebensmittel, die gesundheitsfördernd sein sollen, haben überhaupt eine Wirkung

Laut BPI wurde diese vor Jahren gestoppt, als absehbar war, dass eine Vielzahl der Aussagen nicht ausreichend wissenschaftlich belegt ist. „Bis dahin kann weiterhin mit nicht überprüften und eventuell überzogenen Werbeaussagen der Eindruck erweckt werden, dass Lebensmittel gesundheitsfördernd sein können. Das ist aber nicht bei allen, die so werben, der Fall", erklärt Fahrenkamp. Doch nicht nur bei Botanicals , sondern auch bei anderen Lebensmitteln werde immer noch mit nicht belegten Aussagen geworben. Dies zeige eine am 14. Januar 2015 vorgestellte Studie der Verbraucherzentralen. 

 

Verbraucherzentralen zeigen, es gibt noch viele Verstöße in der Werbung

Die 16 Verbraucherzentralen hatten im vergangenen Jahr im Rahmen eines Marktchecks 46 Produkte aus den Warengruppen: Fette/Öle, Getreideprodukte, Kleinkinderprodukte, Milchprodukte und Nahrungsergänzungsmittel untersucht. Wesentliche Kritikpunkte waren eine hohe Rate an Verstößen gegen die Health Claims Verordnung: 20  Produkte (43 Prozent) wiesen Claims auf, die in der Form so nicht zugelassen sind. Auf 22 Produkten (48 Prozent) wurde der Wortlaut der erlaubten Health Claims so verstärkt, dass Verbraucher getäuscht werden können. Bei 10 von 33 Produkten (30 Prozent) war das Nährwertprofil so schlecht, dass keine gesundheitsbezogenen Aussagen möglich sein sollten. Und insbesondere Kinderlebensmittel schnitten in der Untersuchung bezüglich überzogener Gesundheitsversprechen schlecht ab. All das mache deutlich, dass Verbraucherschutz die zeitnahe Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse braucht., so Fahrenkamp: „Gesundheitsbezogene Aussagen dürfen nicht nur behauptet werden,  sondern müssen belegt sein.“

Foto: Fotolia - Kathrin39

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gesundheit

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Listerien, EHEC-Erreger, Campylobacter – in Fleisch und Wurstprodukten stecken jede Menge Krankheitserreger. Das Zoonosen-Monitoring 2017 zieht eine unappetitliche Bilanz. Dabei wurden nur Stichproben ausgewertet. Die Wahrheit könnte noch viel schlimmer sein.
Das Medulloblastom ist ein bösartiger Hirntumor, der meist im Kleinkindes- und Kindesalter auftritt. Forscher der Universität Bonn haben nun gemeinsam mit einem internationalen Team eine Form der Erkrankung identifiziert, die besonders gute Heilungschancen aufweist. Unter Umständen kann man den Betroffenen zukünftig mit einer deutlich schonenderen Behandlung helfen als bisher.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35 10717 Berlin, Mehrzweckraum (EG)
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.