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02.04.2013

Botox bei Reizblase zugelassen

Nicht alle Patienten mit Reizblase sprechen auf eine medikamentöse Therapie an. Für diese Menschen gibt es nun eine neue Behandlungsmöglichkeit. Erst kürzlich wurde die Injektion mit Botox zur Behandlung der Reizblase zugelassen.
Reizblase Behandlung mit Botox

16 Prozent der Europäer leiden unter einer Reizblase

Harninkontinenz, imperativer Harndrang und häufiges Wasserlassen sind häufig das Symptom einer idiopathisch überaktiven Blase, auch Reizblase benannt. Häufig werden die Patienten mit Anticholinergika behandelt, auf die aber nicht alle Betroffenen ansprechen und die einige nicht vertragen. Nun steht mit Botox eine neue Therapieoption zur Verfügung.

Botulinumtoxin ist ein hochpotentes Nervengift, dass sich entspannend auf die Muskeln auswirkt. Es hemmt die Freisetzung es Neurotransmitters Acetylcholin, der für die Anspannung von Muskeln sorgt. Zur Behandlung der Reizblase wird Botox an verschiedenen Stellen in die Blasenmuskulatur injiziert. Durch die Entspannung kann die Harnblase mehr Urin über einen längeren Zeitraum speichern.

Nach einigen Monaten Therapie wiederholen

Zu den Nebenwirkungen der Therapie können in seltenen Fällen Blasenentleerungsstörungen gehören. Zudem kann für kurze Zeit Blut im Urin auftauchen. Nach sechs bis zwölf Monaten muss die Therapie wiederholt werden. Die Botox-Therapie kommt erst dann zum Einsatz, wenn nicht-operative Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind oder nicht weitergeführt werden können.

„Die Zulassung von Botox gegen die idiopathisch überaktive Blase ist ein Meilenstein in der Behandlung dieser belastenden Erkrankung,“ erklärt Professor Dr. Klaus-Peter Jünemann, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und Vorsitzender der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V. „Für die Patienten bedeutet das eine effektive und gut verträgliche Möglichkeit, die Kontrolle über ihre Blase zurückzugewinnen und wieder mehr Lebensqualität zu haben.“

 

Jeder Sechste leidet unter einer Reizblase

Über 16 Prozent der Menschen in Europa leiden an einer Reizblase. Etwa ein Drittel von ihnen leidet auch unter Inkontinenz. Zwar gibt es medikamentöse Therapien, doch ungefähr 50 Prozent der Betroffenen setzt die Tabletten innerhalb eines Jahres wegen unzureichender Wirkung oder Nichtvertragens wieder ab.

Für viele Patienten ist die lange Wirkdauer von Botox besonders angenehm. Da es nur alle sechs Monate verabreicht wird, werden die Patienten nicht durch eine tägliche Tabletteneinnahme an ihr Blasenproblem erinnert. Bislang war Botox nur zur Behandlung von bestimmten Formen von Spasmen und bei Migräne zugelassen. In den USA kann Botox bereits seit August 2011 auch bei Patienten mit Blasenschwäche eingesetzt werden.

Foto: © Photo-K - Fotolia.com

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