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21.05.2019

Borreliose nach Zeckenbiss: So hoch ist das Erkrankungs-Risiko

Borreliose ist hierzulande die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit. Nach einem Zeckenbiss werden bei bis zu 5,6 Prozent der Betroffenen Antikörper gegen Borrelien nachgewiesen. Bei bis zu 1,4 Prozent kommt es zu einer Erkrankung.
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Beim Blutsaugen können Zecken Borreliose- Erreger übertragen

Die Lyme-Borreliose ist in Europa die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit. Nach einem Zeckenbiss werden bei 2,6 bis 5,6 Prozent der Betroffenen Antikörper gegen Borrelien nachgewiesen. Bei 0,3 bis 1,4 Prozent ist mit einer Erkrankung zu rechnen.

Das schreibt das Robert Koch-Institut (RKI)  in seinem jetzt aktualisierten Ratgeber zur Lyme-Borreliose. Es ist von einer Infektionsgefährdung in allen Teilen Deutschlands auszugehen. Das Vorkommen von Borrelien in Zecken schwankt kleinräumig allerdings sehr stark, heißt es dort weiter.

Alle Borrelien-Arten können Wanderröte auslösen

Es gibt verschiedene Arten (Spezies) von Borrelien. Alle können Erythema migrans - die so genannte Wanderröte - auslösen. Borrelia garinii und Borellia bavariensis sind häufiger mit neurologischen Beschwerden (Neuroborreliose) verbunden, Borellia afzelii öfter mit Acrodermatitis chronica atrophicans - das sind spezifische Hautveränderungen an den Gliedmaßen (Herxheimer-Krankheit) - und Borrelia burgdorferi sensu stricto mit Lyme-Arthritis.

Die Übertragung erfolgt hierzulande durch den Stich der Schildzecke Ixodes ricinus. Das Infektionsrisiko ist von den Witterungsbedingungen abhängig. Ixodes ricinus ist ab einer Temperatur von etwa 6°C aktiv. Erkrankungen von Erythema migrans treten gehäuft im Juni und Juli auf, Erkrankungen von Neuroborreliose im Juli und August, während Lyme-Arthritis aufgrund der variablen Inkubationszeit ganzjährig diagnostiziert wird.

 

Wichtigste Wirtstiere der Zecke sind Mäuse und Vögel

Die Krankheitslast variiert zwischen Bevölkerungsgruppen und geografischen Regionen. Unterschiede resultieren aus Variationen im örtlichen Vorkommen von Ixodes ricinus-Zecken, dem Anteil von mit Borrelien infizierten Zecken und der Wahrscheinlichkeit der Exposition des Menschen gegenüber Zecken. Als wichtigste Wirtsstiere der Zecke gelten Mäuse und Vögel, aber auch andere Tiere wie Reptilien, Igel, Füchse oder Kaninchen sind Erregerreservoire.

So werden die Borrelien übertragen

In der nüchternen Zecke befinden sich die Borrelien im Darm. Nach Beginn des Saugaktes wandern die Borrelien in die Speicheldrüsen, von wo sie mit dem Zeckenspeichel auf den Gestochenen übertragen werden. Die Zecke muss daher eine längere Zeit - zumindest mehrere Stunden - gesaugt haben, damit Borrelien übertragen werden können.

Die Inkubationszeit - also die Zeit zwischen der Infektion mit Borrelien und dem Ausbruch einer Krankheit beziehungsweise klinischen Manifestation der Borreliose - kann stark variieren: Beim Erythema migrans beträgt sie im Schnitt 7 bis 10 Tage. Die Inkubationszeit der frühen Neuroborreliose ist unwesentlich länger. Acrodermatitis chronica atrophicans, Lyme-Arthritis und die späte Neuroborreliose können sich auch nach Monaten und Jahren entwickeln.

Borreliose nach Zeckenbiss: So hoch ist das Erkrankungs-Risiko

Borreliose nach Zeckenbiss - wie hoch das Erkrankungs-Risiko ist, untersuchte eine große Studie, die in den 1990er Jahren den Raum Würzburg mit etwa 279.000 Einwohnern umfasste. Dort fanden sich für die verschiedenen Erkrankungsformen folgende Häufigkeiten: Erythema migrans als einziges Symptom bei 89 Prozent der Erkrankten, frühe Neuroborreliose bei 3 Prozent, Borrelien-Lymphozytom bei 2 Prozent, Lyme-Karditis bei weniger als 1 Prozent, Lyme-Arthritis bei 5 Prozent und Acrodermatitis chronica athrophicans bei 1 Prozent.

Foto: shishiga/fotolia.com

Foto: ©shishiga - stock.adobe.com

Autor: bab
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