. Digitalisierung

BMG bricht eine Lanze für die digitale Gesundheit

Die Digitalisierung der Gesundheit schreitet weiter voran. Auch auf dem Hauptstadtkongress war das Thema hoch im Kurs. Kein Lebensbereich bleibe davon unberührt, meinte der Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesgesundheitsministerium (BMG) Oliver Schenk.
Digitale Gesundheit

Analog oder digital? Wo steht unser Gesundheitswesen?

„Die Digitalisierung wird einer der zentralen Treiber fürs Gesundheitswesen“, sagte Oliver Schenk in seiner Impulsreferat beim Hauptstadtkongress in der vergangenen Woche. So wie Musik heute gestreamt, im Internet eingekauft und der Urlaub über airbnb gebucht würde, sei die Digitalisierung auch im Gesundheitswesen nicht mehr aufzuhalten, so der Leiter der Grundsatzabteilung. „Das zeigt die Kraft dieses Themas.“

Von wegen E-Health: Beim Daten-Transfer verfällt Gesundheitswesen ins analoge Zeitalter

Jedoch sei Deutschland von einem digitalen Gesundheitswesen noch weit entfernt. Zwar seien viele Ärzte sehr internet- und technikaffin. „Aber beim Transfer von Daten von der einen zur anderen Stelle und über die Sektorengrenzen hinweg, da verfallen wir wieder ins analoge Zeitalter.“ Dabei gebe es genug erfolgreiche Beispiele bei den Startups, dass sich mithilfe der Technologie Grenzen überwinden und Versorgung verbessern lässt. Als Beispiele nannte Schenk die Unternehmen Klara (App zur Aufnahme von Hautpartien) und Caterna (Sehschulung). Schenk: „Es gibt wohl an die 100.000 Gesundheitsapps auf dem Markt – und mit Apple und Google haben sogar zwei Branchenriesen den Trend erkannt, dass Gesundheit einen immer höheren Stellenwert hat.“ Darüber hinaus informiere sich etwas jeder Zweite über Erkrankungen im Internet. „Damit gehen vom Verbraucher wesentliche Impulse aus“, so Schenk. Der Leiter der Grundsatzabteilung ist deshalb sicher: „Der zweite Gesundheitsmarkt wird uns treiben – wir werden uns also mit diesen Veränderungen auseinandersetzen müssen!“

 

Digitalisierung als Chance für Innovationen, Wachstum und Beschäftigung

Zwar gebe es immer noch viele Fragen im Bereich des Datenschutz zu beantworten – und es müsse sichergestellt sein, dass diejenigen, die kein Internet nutzen können oder wollen, nicht diskriminiert werden. Schenk sieht aber drei wesentliche Gründe, sich für eine Digitalisierung im Gesundheitswesen einzusetzen: die Aussicht auf eine bessere Versorgung, „weil das Internet Daten schneller verfügbar macht“. Darüber hinaus könne die Digitalisierung einen Beitrag zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung leisten, „und nicht zuletzt ist die Digitalisierung eine große Chance für Innovationen und damit für Wachstum und Beschäftigung.“ Deshalb müssten alle den digitalen Fortschritt unterstützen, so Schenk.

Foto: Milles Studio

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

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