. Medizinische Wirkung von Lebensmitteln

Blutzucker senken ohne Medikamente

Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein: Wie wahr dieser Satz des griechischen Arztes Hippokrates ist, zeigt sich, wenn man den Blutzuckerspiegel auf natürliche Weise im Lot halten will. Mit einem konsequenten, gesunden Lebens- und Ernährungsstil kann man den Diabetes vom Typ 2 damit wirkungsvoll „behandeln“.
grünes Blattgemüse

Kein Medikament nehmen wir in so hoher Dosis zu uns wie Lebensmittel. Sie können im Körper eine medikamentöse Wirkung entfalten - und beispielsweise den Blutzuckerspiegel regulieren.

Manche Menschen denken, sie müssten erst mal eine Tablette schlucken, damit Schmerzen oder eine Krankheit wirkungsvoll bekämpft werden. Was sie übersehen: Dass sie täglich Heilmittel zu sich nehmen – in einer Dosis, die das Tausendfache von ein paar Pillen schnell übersteigt. In den 1,8 bis 2,5 Kilogramm, die ein Mensch am Tage durchschnittlich isst, ist ein bunter Cocktail an pharmakologisch wirksamen natürlichen Substanzen enthalten.

Mithilfe dieser Substanzen kann man die Wirkung von vom Arzt verschriebenen Medikamenten wirksam unterstützen – und im Idealfall Medikamente ganz vermeiden. Ein Beispiel hierfür sind Menschen, die an einem zu hohen Blutzuckerspiegel leiden. Mit ganz gezielt ausgesuchten Nahrungsmitteln lässt sich der Blutzucker auf natürliche Weise in Schach halten. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel kann zu Diabetes führen, einer der häufigsten zeitgenössischen Volkskrankheiten.

Risikofaktoren: ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel

Als Hauptursachen für einen zu hohen Blutzuckerspiegel gelten eine ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress. Darüber hinaus stehen auch Umweltgifte in Verdacht, die Wahrscheinlichkeit für eine Diabetes-Erkrankung zu erhöhen. Körperzellen können sich über die Jahre an einen ungesunden Lebensstil gewöhnen. In der Folge werden sie resistent gegen das ständig ausgeschüttete Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel senken soll und will. Von einem zu hohen Blutzuckerspiegel sind deshalb insbesondere ältere Menschen (ab 50) betroffen. Fachleute sind sich darin einig, dass sich ein Großteil der Diabetes vom Typ 2 (auch Altersdiabetes genannt) vermeiden ließe: ganz einfach dadurch, dass man auf seine Ernährung achtet und gezielt Lebensmittel auswählt, die geeignet sind, den Blutzuckerspiegel auf natürliche Weise zu senken.

 

Sechs natürliche Blutzucker-Senker:

Zimt:

Zimt duftet und schmeckt nicht nur sinnlich und exotisch: Er ist auch ein anerkanntes Naturheilmittel, dessen blutzuckersenkende Wirkung in Studien bestätigt wurde. Zimt kann die Zuckeraufnahme in die Zellen erleichtern und dadurch helfen den Blutzuckerspiegel zu senken – bei regelmäßiger Einnahme um bis zu 30 Prozent.

Grünes Blattgemüse:

Spinat, Feldsalat, Grünkohl, Chicorée oder die Blätter von Kohlrabi, Brokkoli oder Karotten: Sie alle sind kalorienarm und enthalten wenige Kohlenhydrate – dafür viel Vitamin C, Magnesium, Calcium und Ballaststoffen. Diese unverdaulichen Pflanzenfasern bewirken, dass die Kohlenhydrate aus der Nahrung langsamer ins Blut übergehen. Der Effekt: Der Blutzucker steigt nach der Mahlzeit weniger stark an und das Sättigungsgefühl hält länger an.

Fisch:

Lachs, Hering und Makrele, aber auch magere Fischsorten wie Forelle und Kabeljau eignen sich gut für eine blutzuckerbewusste Ernährung. Egal, ob gegrillt, gebraten oder gedünstet: Frischer Fisch ist lecker; der hohe Eiweißgehalt und die enthaltenen Aminosäuren sorgen dafür, dass wir uns nach einem Fischgericht länger satt fühlen. Er lässt auch den Blutzucker nur mäßig ansteigen.

Knoblauch:

Das charaktervolle Würzgemüse aus der Mittelmeerküche senkt die Werte für das sogenannte schlechte Cholesterin (LDL-Cholesterin, Low Density Lipid) und kann dadurch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes das Risiko für Herzkrankheiten verringern. Knoblauch wirkt entzündungshemmend und zählt zu den am besten blutzuckersenkenden Lebensmitteln überhaupt.

Olivenöl:

Olivenöl ist reich an Antioxidantien und enthält mehr als 70 Prozent einfach ungesättigte Fettsäuren. Diese können unsere Blutgefäße schützen, indem sie das schädliche LDL Cholesterin senken, das für die Ablagerungen in den Blutgefäßen verantwortlich ist. Der regelmäßige Verzehr von Olivenöl kann die Insulinsensibilität erhöhen und dafür sorgen, dass der Blutzucker nach dem Essen weniger stark ansteigt.

Hülsenfrüchte:

Bohnen, Erbsen oder Linsen als Suppe oder Beilage sind besonders ratsam. Sie besitzen einen hohen Ballaststoffanteil und im Gegenzug wenig schnellverdauliche Kohlenhydrate.

Neben den genannten blutzuckersenkenden Lebensmitteln existieren noch eine ganze Reihe kleiner Einzelmaßnahmen. Wer zum Beispiel ausreichend Magnesium zu sich nimmt, fördert damit ebenso eine gesunde Regulierung des Blutzuckers. Hier werden insbesondere Vollkornprodukte, vor allem Sonnenblumen empfohlen. Magnesium gibt es auch als Nahrungsergänzungsmittel in Drogerien und Apotheken. Experten empfehlen weiterhin, Äpfel niemals zu schälen, weil die darunter liegenden Stoffe die Zuckeraufnahme aus der Nahrung verzögern können. Sport senkt den Blutzuckerspiegel erheblich, weil weniger Insulin produziert wird, um Glukose in die Zellen des Körpers zu transportieren.

Foto: obs/Novo Nordisk Pharma GmbH/AdobeStock_207432787

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Hauptkategorie: Medizin
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