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08.08.2019

Bluttest lässt Alzheimer Jahrzehnte vor Ausbruch erkennen

Mit einem Blut-Test lässt sich Alzheimer schon bis zu zwei Jahrzehnte vor dem Ausbruch der Krankheit erkennen. Das berichten US-Forscher. Sie suchten dabei nach dem bereits bekannten Alzheimer-Protein Amyloid Beta.
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Alzheimer beginnt mit schädlichen Proteinansammlungen im Gehirn zu - die Amyloid-Beta-Werte im Blut liefern einen sicheren Hinweis

Bis zu zwei Jahrzehnten, bevor Menschen den charakteristischen Gedächtnisverlust und Verwirrtheitszustände der Alzheimer-Krankheit entwickeln, beginnen sich in ihrem Gehirn schädliche Proteinklumpen anzusammeln.

Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis maßen den Gehalt des Alzheimer-Proteins Amyloid Beta im Blut. Anhand dieser Werte konnten sie bestimmen, ob sich das Protein bereits im Gehirn abgelagert hat.

Suche nach Amyloid Beta 42 und Amyloid Beta 40

Der Nutzen solch eines Tests hänge nun vor allem davon ab, ob es eines Tages Therapien zur Eindämmung des Krankheitsprozesses oder gar zur Vorbeugung dieser Demenz-Erkrankung geben wird, heißt es weiter in einer Pressemitteilung. In vorangegangenen Studien hatten schon andere Wissenschaftler-Gruppen über Amyloid Beta als Alzheimer-Marker geforscht. 

Mithilfe der Massenspektrometrie wurden hier nun die Mengen von zwei Formen von Amyloid Beta im Blut gemessen: Amyloid Beta 42 und Amyloid Beta 40. Das Verhältnis der beiden Formen verändert sich mit einer steigenden Menge an Amyloid-Beta-Ablagerungen im Gehirn.

 

Vergleich mit PET-Gehirn-Scans

An der aktuellen Studie nahmen 158 Erwachsene über 50 Jahren teil. Bei 148 von ihnen waren die kognitiven Fähigkeiten noch nicht beeinträchtigt. Alle Probanden lieferten eine Blutprobe und wurden einem PET-Gehirn-Scan unterzogen.

Die Forscher stellten fest, dass der Bluttest jedes Teilnehmers in 88 Prozent der Fälle mit seinem PET-Scan übereinstimmte, was vielversprechend, aber für einen klinischen diagnostischen Test nicht genau genug ist. Um die Genauigkeit des Tests zu verbessern, bezogen die Forscher weitere Risikofaktoren für Alzheimer ein.

Bluttest lässt Alzheimer Jahrzehnte vor Ausbruch erkennen

Ab dem 65. Lebensjahr verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken, alle fünf Jahre. Eine genetische Variante namens APOE4 erhöht das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, auf das Drei- bis Fünffache. Als die Forscher diese Risikofaktoren in die Analyse einbezogen, stellten sie fest, dass das Alter und der APOE4-Status die Genauigkeit der Blutuntersuchung auf 94 Prozent erhöhten.

Mit dem Bluttest lässt sich Alzheimer folglich Jahrzehnte vor dem Ausbruch recht sicher erkennen. Das Geschlecht hatte überraschenderweise keinen Einfluss auf die Prognosegenauigkeit, obwohl zwei von drei Alzheimer-Patienten Frauen sind.

Bluttest preiswerter als PET-Scan

Im Rahmen der Studie analysierten die Forscher den Registrierungsprozess für eine große Alzheimer-Präventionsstudie, die PET-Scans verwendete, um das Vorhandensein von frühen Alzheimer-Hirnveränderungen bei potenziellen Teilnehmern zu bestätigen. Sie kamen zu dem Schluss, dass eine Voruntersuchung mit einem Bluttest gefolgt von einem PET-Scan zur Bestätigung die Anzahl der erforderlichen PET-Scans um zwei Drittel verringert hätte.

Die Bluttests kosten einige hundert Dollar, jeder PET-Scan mehr als 4.000 US-Dollar. Dazu kommt: Ein einziger Standort kann nur ein paar Dutzend PET-Gehirnscans pro Monat durchführen, da PET-Scanner in erster Linie der Patientenversorgung und nicht Forschungsstudien vorbehalten sind.

Suche nach Alzheimer-Medikament beschleunigen

"Wenn wir die Anzahl der PET-Scans reduzieren, können wir möglicherweise doppelt so viele klinische Studien mit dem gleichen Zeit- und Kostenaufwand durchführen", sagt Senior-Autor Dr. Randall J. Bateman. Millionen von Patienten, bei denen Alzheimer eines Tages ausbrechen würde, könnten davon profitieren.

Wenn die Erprobung möglicher Alzheimer-Medikamente schneller durchgeführt würde, wäre schneller ein Behandlungsansatz  oder eine Präventionsmöglichkeit für das bislang unheilbare Leiden gefunden, so der Mediziner. Die entsprechende Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht.

Foto: JPC-PROD/fotolia.com

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