. Hypertonie

Bluthochdruck: Schon Einschränkung des Alkoholkonsums kann helfen

Wer seinen Alkoholkonsum reduziert, kann damit auch den Blutdruck senken. Vollständige Abstinenz ist dabei nicht immer nötig. Der Herzgesundheit nützt eine Reduktion der Alkoholmenge dabei über mehrere Mechanismen.
Alkohol, Bluthochdruck

Weniger Alkohol wirkt sich positiv auf Blutdruck und Herzgesundheit aus

Alkohol kann zu Bluthochdruck führen – das ist bekannt. Insbesondere gilt das bei täglichem Konsum größerer Mengen. Vollständig verzichten muss man jedoch möglicherweise auf Alkohol nicht. Das meinen zumindest Forscher vom Institute for Mental Health in Toronto.. Sie haben herausgefunden, dass sich bereits eine Reduktion der konsumierten Alkoholmenge signifikant auf den Blutdruck auswirken kann. Das gilt insbesondere für starke Trinker, die jeden Tag mehr als zwei Gläser Alkohol konsumieren.

Dosisreduktion kann helfen

Für ihre Studie analysierten die Forscher die Daten von 36 Studien, an denen insgesamt 2865 Personen teilgenommen hatten. In allen Studien hatten die Teilnehmer ihren Alkoholkonsum reduziert.

Wie sich zeigte, war eine Dosisreduktion vor allem für jene Menschen sinnvoll, die täglich mehr als zwei Gläser Alkohol (12 Gramm reiner Alkohol pro Getränk) zu sich nahmen. Dabei war eine Dosisabhängigkeit des Effekts erkennbar. Bei den Probanden, die sowieso weniger tranken, zeigten sich hingegen keine nennenswerten Folgen einer weiteren Reduktion auf den Blutdruck.

Bei starken Trinkern hingegen, die täglich vier bis fünf Drinks zu sich genommen hatten, sank der Druck durch eine Dosisreduktion auf die Hälfte um 3,0 mmHg systolisch und 1,9 mmHg diastolisch. Noch stärker zeigte sich der Einfluss des Verzichts in der Gruppe, die mehr als sechs Drinks zu sich nahmen. Bei ihnen sank der systolische Druck im Durchschnitt um 5,5 mmHg, der diastolische um 4 mmHg.

 

Weniger kardiovaskuläre Todesfälle nach Alkoholreduktion

Die Forscher berechneten auch, welche Auswirkungen es insgesamt auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben könnte, wenn Personen, die täglich mehr als zwei Drinks zu sich nehmen, ihren Alkoholkonsum reduzierten. Dabei kamen sie in Großbritannien auf 7000 weniger Klinikeinweisungen und 678 weniger kardiovaskuläre Todesfälle pro Jahr. Zudem ist die Studie nach Ansicht der Autoren ein Hinweis dafür, dass bei starken Trinkern schon eine Reduktion auf zwei oder weniger Drinks pro Tag der erste Schritt einer Hypertonie-Therapie sein.

Alkohol schadet dem Herzen auf verschiedenen Wegen

Wie schädlich Alkohol für das Herz ist, konnten auch frühere Studien bereits belegen. So hatten Forscher der Universität in San Francisco nachgewiesen, dass Menschen, die übermäßig viel Alkohol zu sich nahmen, doppelt so häufig von Vorhofflimmern betroffen waren.

Ihr Risiko für eine Herzinsuffizienz war sogar 2,3-mal so hoch – damit erhöht Alkoholmissbrauch die Wahrscheinlichkeit für eine Herzschwäche stärker als Blutdruck oder Rauchen. Zudem erlitten Patienten mit entsprechendem Verdacht 1,4-mal so häufig einen Herzinfarkt wie Personen, bei denen nichts auf Alkoholmissbrauch hindeutete.  

Vermutet wird, dass diese Zusammenhänge mehrere Ursachen haben. Die Auswirkung von Alkohol auf den Blutdruck ist nur eine davon. Denn Alkohol verstärkt auch Entzündungsprozesse im Körper, die wiederum Arteriosklerose fördern. Somit erhöht Alkohol das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall über verschiedene Wege – ein guter Grund, die tägliche Alkoholmenge kritisch zu hinterfragen und zu reduzieren. 

Foto: © Adobe Stock / Brian Jackson

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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