Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Bluthochdruck: Frauen haben höhere Risiken als Männer

Freitag, 22. Oktober 2021 – Autor:
Bluthochdruck tut nicht weh, gehört aber zu den bedeutsamen Risiken für Schlaganfall und Herzinfarkt. Bei Frauen ist dieses Risiko noch höher – auch aus einem vermeidbaren Grund.
Nach den Wechseljahren leiden 55 Prozent der Frauen an einem Bluthochdruck

Nach den Wechseljahren leiden 55 Prozent der Frauen an einem Bluthochdruck – Foto: © Adobe Stock/ Proxima Studio

Bluthochdruck gehört mit 20 Millionen Betroffenen in Deutschland zu den großen Volkskrankheiten. Wird das „stille Leiden“ – Bluthochdruck macht sich praktisch kaum bemerkbar - nicht ausreichend behandelt, drohen Schlaganfall, Herzinfarkt und andere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Frauen ist das Risiko für Folgeerkrankungen noch höher als für Männer.

Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung werden Frauen aber oft weniger gut behandelt, das heißt ihre Blutdruckwerte sind nicht optimal eingestellt. Warum Frauen nicht immer die in den Leitlinien empfohlenen Medikamente erhalten, können die Experten nicht sagen, aber sie warnen vor den Gefahren und weisen auf eine 2017 publizierte Arbeit hin: Die Studie von US-Wissenschaftlern zeigte, dass das Risiko für Frauen, eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung wie beispielsweise die Koronare Herzkrankheit oder einen Herzinfarkt zu erleiden, für jede Erhöhung des oberen (systolischen) Blutdruckwertes um zehn mmHg höher ist als bei Männern mit dem gleichen Blutdruckanstieg.

Hormonumstellungen lassen bei Frauen den Blutdruck steigen

Frauen entwickeln oft durch hormonelle Umstellungen einen Bluthochdruck, etwa nach den Wechseljahren. „Mehr als die Hälfte der Frauen erkrankt in den ersten Jahren nach der Menopause an Bluthochdruck“, erklärt Dr. med. Christa M. Bongarth, Ärztliche Direktorin und Chefärztin der Abteilung für Kardiologie in der Klinik Höhenried. Grund ist, dass der Östrogenspiegel im Blut sinkt.  Östrogene sorgen dafür, dass die Gefäße elastisch bleiben, wirken blutdrucksenkend und schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Bei vielen Frauen in und nach den Wechseljahren sind Übergewicht, Ängste und Schlafstörungen weitere Risiken dafür, Bluthochdruck zu entwickeln“, so Bongarth. Nach Angaben der AOK leiden fast 55 Prozent der Seniorinnen in Deutschland an hohem Blutdruck; das ist mehr als die Hälfte der 60- bis 69-jährigen Frauen.

 

Bluthochdruck in der Schwangerschaft kann sich auf Nachwuchs übertragen

Auch eine Schwangerschaft begünstigt Bluthochdruck. Und der kann sich sogar auf den Nachwuchs, insbesondere auf die Töchter übertragen, wie eine 2020 veröffentlichte Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung feststellte. So zeigte sich bei Frauen, die in der Schwangerschaft Bluthochdruck hatten, dass deren Töchter im Alter von fünf Jahren ebenfalls erhöhte obere Blutdruckwerte aufwiesen.

Pille und Übergewicht

Bestimmte Antibabypillen, die eine Kombination von Östrogen und Progesteron enthalten, können ebenfalls Bluthochdruck triggern. „Ungefähr fünf Prozent der Frauen, die ein solches Kombinationspräparat einnehmen reagieren mit einem bedeutsamen Blutdruckanstieg“, sagt Dr. Bongarth. „Frauen, die die Pille einnehmen und außerdem übergewichtig sind tragen ein zwei- bis dreifach hohes Risiko für Bluthochdruck.“

Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bluthochdruck

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Plötzlicher Herzstillstand: Für zufällig Anwesende oder Angehörige ist das selbst eine Extremsituation. Aus Aufregung oder aus Angst davor, etwas falsch zu machen, wird oft gar nichts gemacht. Dabei kommt es hier wirklich auf Minuten an – und durch entschlossenes Handeln kann man Leben retten. Eine App der Deutschen Herzstiftung begleitet Laien dabei, im Herznotfall richtig zu reagieren.


Sie gehört zu den heftigsten Schmerzerfahrungen, die Menschen machen können. Schauplatz der Attacken ist das besonders stark mit Nerven versorgte und deshalb besonders empfindliche Gesicht. Frauen trifft es häufiger als Männer, meist beginnt die Schmerzkrankheit ab einem Alter von 40: die Trigeminusneuralgie.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin