. Hypertonie

Bluthochdruck: Der zweite Messwert zählt

Die Blutdruckkontrolle beim Arzt sollte möglichst immer zweimal hintereinander stattfinden, sonst kann es zu falschen Werten kommen. Darauf macht die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) aufmerksam.
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Der Blutdruck sollte immer zweimal gemessen werden

Um den Blutdruck zu bestimmen, sollte er unbedingt mehrfach hintereinander gemessen werden - mit einigen Minuten Abstand dazwischen. Darauf macht die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. aufmerksam. Es sei bekannt, dass in Arztpraxen oft aufgrund der sogenannten „Weißkittelphobie“ zu hohe Werte gemessen werden. Andererseits könne gerade bei Männern im mittleren Alter der Blutdruck während der Arbeitszeit erhöht, in der Arztpraxis aber wieder normal sein. Das bezeichnet man dann als maskierte Hypertonie, welche ein hohes Risiko für die Betroffenen bedeutet.

Bluthochdruck immer behandeln lassen

Bluthochdruck ist in Deutschland weit verbreitet und kann zu Krankheiten wie Schlaganfall, Herz- oder Niereninsuffizienz führen. „Noch immer sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache Nummer eins“, erklärte Professor Martin Middeke vom Hypertoniezentrum München beim pharmacon, dem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer. „Deshalb ist es wichtig, dass jeder seine Werte kennt und einen erhöhten Blutdruck behandeln lässt.“

 

Blutdruck im entspannten Zustand messen

Eine einzelne Blutdruckmessung hat für den Internisten nur einen geringen Wert – weder in der Arztpraxis noch in der Apotheke. Middeke empfiehlt für eine Messung folgendes Vorgehen: Zunächst soll der Patient zur Ruhe kommen, und zwar körperlich, geistig und seelisch. Dann wird das erste Mal der Blutdruck gemessen. Ist der Wert erhöht, sollte eine zweite oder auch eine dritte Messung nach ein bis zwei Minuten Entspannung erfolgen.

Die einfachste und wirkungsvollste Form der Entspannung ist die sogenannte Tiefenatmung. Dabei atmet man durch die Nase tief und langsam ein und durch den Mund langsam wieder ein. Dadurch sinkt ein erhöhter Blutdruck laut ABDA rasch auf natürliche Weise.

120 zu 80 ist optimal

Ein Bluthochdruck liegt dem europäischen Richtlinien zufolge vor, wenn die Blutdruckwerte bei 140 zu 90 oder höher liegen; bei Menschen ab 80 Jahren über 160 zu 90. Blutdruckwerte darunter werden – bis auf wenige Ausnahmen für Menschen mit Begleiterkrankungen – nicht medikamentös behandelt. Optimalerweise liegt der Blutdruck unter 120 zu 80. Middeke: „Das heißt aber nicht, dass der Blutdruck durch Arzneimittel so tief gesenkt werden muss. Im Gegenteil, das wäre für viele Patienten nicht gesund. Eine Senkung unter 140 zu 90 reicht oft aus. Gerade bei Patienten zwischen 65 und 80 Jahren hat der Arzt bei den Therapiezielen einen großen Ermessensspielraum.“

Blutdrucksenker am besten morgens nehmen

Sind Arzneimittel notwendig, empfiehlt Middeke die Einnahme am frühen Morgen. „Am besten morgens auf der Bettkante die Blutdrucksenker schlucken, nicht erst zum Frühstück. Denn je früher das Arzneimittel eingenommen wird, desto eher kann es wirken. Bei einer abendlichen Einnahme wird der Blutdruck in der Nacht teilweise zu stark abgesenkt, und dann reagiert der Körper mit einer ungewollten Gegensteuerung.“ Die abendliche Einnahme ist nur notwendig, wenn eine Langzeitmessung zeigt, dass der Blutdruck im Schlaf nicht absinkt.

Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. ist die Spitzenorganisation der Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland. Sie vertritt die Interessen des pharmazeutischen Heilberufs in Politik und Gesellschaft und setzt sich für eine einheitliche, hochwertige und flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln in Deutschland ein. Ihre Mitglieder sind die jeweils siebzehn Apothekerkammern und Apothekerverbände der Länder.

Foto: © zinkevych - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
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