. Herz-Kreislauf-System

Bluthochdruck behandeln und Rauchen einstellen senkt Risiko für Schlaganfall

Wer seinen Bluthochdruck behandelt und mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Risiko für eine bestimmte, oft tödlich verlaufende Form des Schlaganfalls, die vor allem Menschen unter 55 Jahren betrifft.
blutdruck, blutdruck messen, blutdruckmessgerät, blutdruck-kontrolle

Auch jüngere Menschen können bereits an Bluthochdruck leiden

Wer seinen Bluthochdruck behandelt und mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Risiko für eine bestimmte, oft tödlich verlaufende Form des Schlaganfalls, die vor allem Menschen unter 55 Jahren betrifft. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Meta-Analyse. Konkret geht es dabei um Schlaganfälle - also Hirnblutungen -, die durch ein Aneurysma ausgelöst werden.

Bei der aneurysmatischen Subarachnoidalblutung (SAB) gelangt Blut in den mit Hirnflüssigkeit gefüllten Subarachnoidalraum, welcher Gehirn und Rückenmark schützend umgibt. Diese Form der Hirnblutung tritt häufig auf, wenn ein Aneurysma, eine sackförmige Erweiterung einer Arterie, an der Hirnbasis reißt.

Die Hälfte der Betroffenen ist unter 55 Jahre alt

Subarachnoidalblutungen machen zwar nur etwa 5 Prozent aller Schlaganfälle aus, aber die Folgen sind höchst bedrohlich: Die Hälfte der Betroffenen ist jünger als 55 Jahre, ein Drittel stirbt innerhalb der ersten Tage bis Wochen nach dem Auftreten der Blutungen. Etwa ein Drittel der Überlebenden bleibt dauerhaft auf Hilfe angewiesen, heißt es weiter in einer Pressemitteilung.

Die entsprechende Metaanalyse wurde von Wissenschaftlern der Neurochirurgischen Klinik an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) gemeinsam mit Wissenschaftlern der Neurologischen Klinik der Universität Utrecht im Fachjournal JAMA Neurology publiziert.

 

Alle Schlaganfall-Studien der letzten 60 Jahre einbezogen

In die Übersichtsarbeit flossen Daten aller weltweiten, bevölkerungsbasierten Schlaganfallstudien der letzten 60 Jahre ein. Konkret zeigt die Analyse der Daten von 75 Studien mit insgesamt mehr als 8.000 Personen aus 32 Ländern, dass das Auftreten von Hirnblutungen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich abgenommen hat.

Zwischen 1980 und 2010 nahm die Inzidenz für eine aneurysmatische Subarachnoidalblutung weltweit insgesamt um etwa 40 Prozent ab. Hierbei wurden jedoch große regionale Unterschiede nachgewiesen: In Europa sank die Inzidenz um 41 Prozent, in Asien um 46 Prozent und in Nordamerika um 14 Prozent. Hingegen stieg die Inzidenz für SAB in Japan in den letzten drei Jahrzehnten um 59 Prozent.

Bluthochdruck und Rauchen beeinflussen Risiko für Schlaganfall

Auffallend ist, dass die Entwicklung beziehungsweise Abnahme der SAB-Inzidenz weltweit parallel zu der Abnahme des systolischen Blutdrucks und der Raucherprävalenz im selben Zeitraum verläuft. Das könnte heißen: Wer seinen Bluthochdruck behandelt und mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Risiko für diese oft tödlich verlaufende Form des Schlaganfalls.

Parallel hierzu gehen die Autoren derzeit der Frage nach, ob sich eine Senkung des Blutdrucks bei Patienten mit zufällig entdeckten Aneurysmen, welche nicht behandelt sondern mittels Bildgebung kontrolliert werden, günstig auf die Entwicklung der Aneurysmen auswirkt. Dies geschieht im Rahmen der Phase-III-Studie PROTECT-U (www.protect-u-trial.com) an neurovaskulären Zentren in Deutschland, den Niederlanden und bald auch in Kanada.

Foto: elnur/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bluthochdruck
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaganfall

| Meist sind es Laien, die Zeugen eines Schlaganfalls werden. Häufig sind sie sich jedoch nicht sicher, ob es sich wirklich um einen Schlaganfall handelt und was sie tun sollen. Der FAST-Test gibt eine einfache Hilfestellung, wie in diesem Fall vorzugehen ist.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Der Schlaganfallexperte Dr. Ingo Schmehl über die kurze Zeitspanne für die Akuttherapie und warum viele Patienten ihren Schlaganfall verschlafen.
 
. Weitere Nachrichten
Rückenschmerzen sind ein Volksleiden. Ausgelöst werden sie unter anderem durch langes Sitzen, beispielsweise vor dem Computer. Eine Studie konnte nun zeigen, dass bereits wenige Minuten einer speziellen Selbstmassage die verspannten Muskeln lockern und den Schmerzen entgegenwirken können.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.