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Bluthochdruck: Auch junge Menschen sind betroffen

Bluthochdruck kann in jedem Alter auftreten. Schon Kinder können betroffen sein. Mit 30 Jahren hat dann jeder Zehnte bereits eine primäre arterielle Hypertonie. Junge Menschen sollten daher ihre Blutdruckwerte kennen – denn unbehandelt kann eine Hypertonie fatale Folgen haben.
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Bluthochdruck tritt längst nicht nur bei alten Menschen auf

Bluthochdruck gilt häufig als „Alterskrankheit“. Tatsächlich steig das Blutdruckrisiko mit zunehmendem Lebensalter an. So haben die meisten Hypertoniker das 50. Lebensjahr bereits überschritten. Doch auch viele junge Menschen sind betroffen. Da sie jedoch meistens nicht damit rechnen und der Bluthochdruck lange nicht zu spüren ist, wird die Hypertonie in jungen Jahren häufig nicht behandelt. Das kann fatale Folgen haben: Jeder zweite Herzinfarkt und Schlaganfall sowie jedes fünfte Nierenversagen wird durch Bluthochdruck verursacht. Eine neuere Studie konnte zudem zeigen, dass erhöhter Blutdruck in jüngeren Jahren das sptätere Demenzrisiko erhöhen kann.

Jeder Zehnte unter 30 hat Bluthochdruck

In Deutschland hat jeder zehnte 30-Jährige eine primäre arterielle Hypertonie. Das teilt die Deutsche Hochdruckliga mit. Hauptursache für einen krankhaft erhöhten Blutdruck bei unter 50-Jährigen ist ein ungesunder Lebensstil. Dazu gehören Übergewicht, Stress und Genussmittelkonsum. Aber auch eine genetische Veranlagung und Hormone spielen eine Rolle.

Entwickelt sich in jungen Jahren ein Bluthochdruck und bleibt dieser über lange Zeit unbehandelt, kann das gravierende Schäden an verschiedenen Organen verursachen. Die gefährlichste Folge ist die schleichende Verengung der Blutgefäße.

 

Auch Kinder sind betroffen

Nicht nur junge Erwachsene, auch Kinder leiden immer häufiger bereits unter Hypertonie. Bei ihnen schädigt der hohe Blutdruck die Gefäßwände genauso wie bei Erwachsenen und hat die gleichen gefährlichen Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die wesentlichen Risikofaktoren für Bluthochdruck bei Kindern sind Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung, vielfach noch gepaart mit Stress.

Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit erhöhten Blutdruckwerten im Ansteigen begriffen ist, rät Prof. Dr. Martin Middeke vom Hypertoniezentrum München: „Die Vorbeugung sollte schon im Kindesalter beginnen, vor allem, wenn Kinder übergewichtig sind oder eine familiäre Disposition vorliegt“. Das heißt vor allem, Normalgewicht anzustreben, sich viel zu bewegen, Mittelmeerkost zu bevorzugen sowie weniger Salz und Kalium zu konsumieren.

Verschiedene Hypertonieformen beachten

Eine weitere Form des Bluthochdrucks, an der häufig auch jüngere Menschen erkranken, ist die sekundäre Hypertonie. Diese wird durch andere Erkrankungen wie chronische Entzündungen, Tumoren, Nierenerkrankungen oder hormonelle Störungen verursacht. Wird die Grunderkrankung behandelt, normalisieren sich in der Regel auch die Blutdruckwerte wieder.

„Entscheidend für die Risikoabschätzung und Therapieentscheidung ist die Differenzierung der verschiedenen Erscheinungsformen der arteriellen Hypertonie“, erklärt Middeke. Eine punktuelle Messung des Blutdrucks beim Arzt sei dafür nicht ausreichend.

Bluthochdruck in jungen Jahren erhöht späteres Demenzrisiko

Eine schwerwiegende Folge von Bluthochdruck im jüngeren Alter konnten Forscher des University College in London nachweisen. Demnach können sich erhöhte Blutdruckwerte auch schon im Alter von ab 36 Jahren auf die spätere Ausdehnung von sogenannten White Matter Lesions (WML) im Gehirn auswirken. Sie gelten als früher Hinweis für kognitive Beeinträchtigungen. Auch eine beschleunige Hirnatrophie wird durch zu hohe Blutdruckwerte in jüngeren Jahren begünstigt.

Foto: © Alexander Raths - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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