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Blutgruppe sagt erhöhtes Risiko für frühen Schlaganfall vorher

Donnerstag, 15. September 2022 – Autor:
Die Blutgruppe kann das erhöhte Risiko für einen frühen Schlaganfall - unter 60 Jahren - vorhersagen. Das zeigt eine Studie aus den USA. Beim späten Schlaganfall ergab sich kein eindeutiger Zusammenhang.
Eine bestimmte Blugruppe erhöht das Risiko für frühen Schlaganfall

– Foto: Adobe Stock/Tobis Arhelger

Die Blutgruppe kann das Risiko für einen frühen Schlaganfall - unter 60 Jahren - vorhersagen. Das zeigt eine Meta-Analyse von Forschern der University of Maryland School of Medicine. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht.

"Die Zahl der Menschen mit frühen Schlaganfällen steigt. Diese Menschen sterben mit größerer Wahrscheinlichkeit an dem lebensbedrohlichen Ereignis, den Überlebenden droht möglicherweise eine jahrzehntelange Behinderung. Trotzdem gibt es nur wenige Untersuchungen zu den Ursachen früher Schlaganfälle", sagt der Co-Studienleiter und Neurologe Prof. Steven J. Kittner.

Blutgruppe sagt erhöhtes Risiko für frühen Schlaganfall vorher

Kittner und seine Kollegen werteten 48 Studien zu Genetik und ischämischem Schlaganfall aus, an der 17.000 Schlaganfall-Patienten und fast 600.000 gesunde Kontrollpersonen teilnahmen, die noch nie einen Schlaganfall erlitten hatten. Die Studien stammten aus Nordamerika, Europa, Japan, Pakistan und Australien. Das Team untersuchte die Chromosomen, um genetische Varianten zu identifizieren, die mit einem Schlaganfall in Verbindung gebracht werden.

Sie fanden einen Zusammenhang zwischen einem frühen Schlaganfall und dem Bereich des Chromosoms, der das Gen enthält, das über die Blutgruppe (A, AB, B oder 0) bestimmt. Menschen mit Blutgruppe A hatten ein um 16 Prozent höheres Risiko für einen frühen Schlaganfall als Menschen mit anderen Blutgruppen. Menschen mit Blutgruppe 0 hatten ein um 12 Prozent geringeres frühes Schlaganfallrisiko als Menschen mit anderen Blutgruppen. Die Blutgruppe sagt also das Risiko für frühen Schlaganfall vorher.

 

Träger der Blutgruppe müssen sich keine Sorgen machen

"Die Assoziation der Blutgruppe mit einem später einsetzenden Schlaganfall war viel schwächer als das, was wir bei einem frühen Schlaganfall gefunden haben", ergänzt Co-Studienleiter Prof. Braxton D. Mitchell. Die Forscher betonten aber, dass das erhöhte Risiko sehr gering sei und dass Personen mit Blutgruppe A sich keine Sorgen über einen früh einsetzenden Schlaganfall machen oder sich deswegen an zusätzlichen Screenings oder medizinischen Tests beteiligen sollten.

"Wir wissen immer noch nicht, warum Blutgruppe A ein höheres Risiko mit sich bringt, aber es hat wahrscheinlich etwas mit Blutgerinnungsfaktoren wie Blutplättchen und Zellen zu tun, die die Blutgefäße auskleiden, sowie mit anderen zirkulierenden Proteinen, die alle eine Rolle spielen Rolle bei der Entstehung von Blutgerinnseln", sagte Dr. Kittner. Frühere Studien deuten darauf hin, dass Menschen mit Blutgruppe A ein etwas höheres Risiko haben, Blutgerinnsel in den Beinen zu entwickeln, die als tiefe Venenthrombose bekannt sind.

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