Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
30.04.2015

Blinddarmentzündung bei Kindern gehört sofort operiert

Eine akute Blinddarmentzündung bei Kindern kann zu schweren Komplikationen führen. Deshalb sollten betroffene Kinder sofort operiert werden. Das betonten Ärzte auf dem Deutschen Chirurgenkongress in München.
Ein entzündeter Blinddarm kann für Kinder gefährlich werden. Die Operation ist nach wie vor das erste Mittel der Wahl

Ein entzündeter Blinddarm kann für Kinder gefährlich werden. Die Operation ist nach wie vor das erste Mittel der Wahl

Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und zunehmende Hinfälligkeit – Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren sind am häufigsten von einer Blinddarmentzündung betroffen. Im Gegensatz zu Erwachsenen sollten Kindern mit akuter eine Blinddarmentzündung sofort operiert werden. Eine Behandlung mit Antibiotika reiche nicht aus, stellten Ärzte auf dem Deutschen Chirurgenkongress in München jetzt noch einmal klar. „Abwarten ist in Anbetracht der möglichen schwerwiegenden Komplikationen bei Kindern keine Option“, erklärte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) Professor Dr. med. Peter M. Vogt. Je jünger das erkrankte Kind sei, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass bereits bei der Einweisung in die Klinik ein Blinddarmdurchbruch mit beginnender Bauchfellentzündung vorliege. Dann drohten schwere Komplikationen wie Blutvergiftung, Verwachsungen im Bauchraum und Störungen der Darmfunktion.

Abwarten und Antibiotika nehmen ist für Kinder keine Option

Studien hatten gezeigt, dass bei Erwachsenen eine nichtoperative Blinddarmtherapie mit Bettruhe, Antibiotika und Abwarten durchaus wirksam sein kann. Doch das trifft nur auf Erwachsene, aber nicht auf Kinder zu. Es sei vollkommen falsch, aus diesen Studien Rückschlüsse auf die kindliche akute kindliche Appendizitis zu ziehen, betonte Professor Bernd Tillig, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie. „Das operative Entfernen des Wurmfortsatzes ist nach über 130 Jahren Erfahrung unverändert die Therapie der Wahl“, erklärte der Berliner Kinderchirurg. „Es liegen derzeit keine belastbaren und aussagekräftigen Vergleichsstudien mit Kindern vor, die eine Änderung dieses Vorgehens begründen könnten.“

 

Akute Blinddarmentzündung: Ultraschall kann Verdacht erhärten

Ärzte diagnostizieren eine Blinddarmentzündung üblicherweise anhand des klinischen Befunds. Eine Ultraschalluntersuchung kann zusätzliche Gewissheit geben. Eine Computertomografie-Untersuchung (CT), wie sie bei Erwachsenen häufig durchgeführt wird, kommt den Experten zufolge für Kinder nicht in Frage. Die Strahlenbelastung wäre für die kleinen Patienten zu groß.

Foto: © BeTa-Artworks - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Blinddarm , Kinder , Chirurgie , Operation , Antibiotika
 

Weitere Nachrichten zum Thema Chirurgie

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Interview mit Dr. med. Dipl.oec. med. Colin M. Krüger, Oberarzt der Klinik für Chirurgie - Visceral- & Gefässchirurgie am Vivantes Humboldt-Klinikum Berlin über einen kleinen Schnitt mit grosser Wirkung
 
Weitere Nachrichten

Bei einem Fachgespräch im Gesundheitsausschuss des Bundestags haben Gesundheitsexperten vor den Gefahren der Sepsis – allgemein auch als „Blutvergiftung bekannt“ – gewarnt. Sie fordern eine verstärkte Aufklärung von Bevölkerung und medizinischem Personal.

 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin