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Blasenschwäche: Auch junge Menschen von Dranginkontinenz betroffen

Dranginkontinenz ist ein Tabu, über das niemand gern spricht. Dabei sind auch viele junge Menschen von der Blasenschwäche betroffen. Zum Internationalen Inkontinenztag am 30. Juni gibt es spezielle Informationen zum Thema.
Das Plätschern von Wasser kann eine Dranginkontinenz verstärken

Das Plätschern von Wasser kann eine Dranginkontinenz verstärken

Plötzlich ist ein starker Drang da und der Urin kann nicht mehr gehalten werden: Dranginkontinenz ist die häufigste Form der Harninkontinenz. Das Problem mit dem Kontrollverlust über die eigene Blase trifft nicht nur ältere, sondern auch junge Menschen, Frauen insgesamt öfter als Männer.

Der Stiftung Gesundheitswissen zufolge leiden 6 von 100 Frauen in Deutschland im Alter von unter 40 Jahren an Dranginkontinenz, von den 40- bis 49-Jährigen 14 von 100 Frauen. Bei den Männern haben Schätzungen zufolge durchschnittlich etwa 4 bis 8 von 100 Männern in Deutschland Dranginkontinenz über alle Altersstufen hinweg. Trotz allem ist Inkontinenz ein Tabuthema.

Scham und psychosoziale Folgen

„Viele Betroffene verschweigen, inkontinent zu sein und kämpfen teilweise mit sozialen und psychischen Auswirkungen“, sagt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gesundheitswissen anlässlich des Internationalen Inkontinenztages 2020. „Wir wollen mit Wissen und Aufklärung den Menschen helfen und dem Tabuthema Inkontinenz etwas entgegensetzen“, sagt Suhr mit Blick auf die vielen Informationen, Videos und Erfahrungsberichte, die die Stiftung auf ihrer Internetseite www.stiftung-gesundheitswissen.de bereitstellt.

In drei  Kurzfilmen zeigt die Stiftung, wie Betroffene mit ihrer Scham umgehen. Da ist zum Beispiel Edda (62), die im Kurzportrait beschreibt, wie sie mit einem offenen Umgang gute Erfahrungen gemacht hat. Oder Christian (54) – bei dem 2006 Dranginkontinenz diagnostiziert worden ist. Er gibt einen Einblick darüber, wie er seinen Arbeitsalltag trotz der Beschwerden meistert. „Die Erfahrungen und Informationen anderer Betroffener kann man nutzen, um Mut zu fassen und Lösungen für sich selbst zu finden“, meint Suhr.

 

Ärzte kennen das Problem

Daneben gibt die Stiftung Tipps, wie man die Scham vor dem Gespräch mit dem Arzt überwinden kann. Denn viele trauen sich nicht einmal hier, offen über das Problem zu reden. „Dabei helfen kann, sich vor Augen zu führen, dass das Thema vielleicht ein gesellschaftliches Tabu ist, aber dass Ärzte – insbesondere Gynäkologen und Urologen – natürlich Übung darin haben, mit Betroffenen über Inkontinenz zu sprechen und das Symptom als eines unter vielen zu betrachten“, erklärt Suhr.  Genauso wie ein Zahnarzt keine Angst davor habe, Patienten in den Mund zu gucken. „Wer es geschafft hat, den Schritt zum Arzt zu machen, gewöhnt sich so möglicherweise daran, über das Thema zu sprechen.“

Hilfsmittel Einlagen

Veröffentlicht wird außerdem eine Checkliste für entsprechende Hilfsmittel, also Einlagen oder Höschen. Ob ein Hilfsmittel für eine leichte, mittlere oder schwere Inkontinenz geeignet ist, kann man an der angegebenen Tropfenstärke auf der Verpackung erkennen. Zudem sollte man sich folgende Fragen stellen:

Besteht eine große Saugfähigkeit bei einer kleinen Größe?

Sitzt das Hilfsmittel fest und ist geräuscharm, beispielsweise beim Gehen?

Und scheuert das Hilfsmittel nicht an der Haut?

Inkontinenz-Hilfsmittel sind die bislang fats die einzige Möglichkeit, die Dranginkontinenz zu beherrschen. Wirksame Medikamente gibt es nicht.

Foto: © Adobe Stock/HENADZY

Foto: ©HENADZY - stock.adobe.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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