. Urothelkarzinom

Blasenkrebs: Rauchen erhöht Sterberisiko

Blasenkrebs verläuft aggressiver, wenn die Patienten rauchen oder geraucht haben. Bei starken Rauchern ist das Sterberisiko sogar um fast das Sechsfache erhöht. Das zeigt eine aktuelle Studie amerikanischer Forscher.
Rauchen bei Blasenkrebs

Rauchen lässt Blasenkrebs aggressiver verlaufen

Dass Rauchen Lungenkrebs auslösen kann, wissen die meisten Menschen, doch nur sehr wenigen ist bewusst, dass Tabakkonsum auch Blasenkrebs zur Folge haben kann. Rauchen ist sogar die Hauptursache für ein Urothelkarzinom. Nun hat eine US-Studie nachgewiesen, dass Rauchen Blasenkrebs nicht nur auslösen, sondern auch dazu beitragen kann, dass die Erkrankung aggressiver verläuft.  

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler 212 Patienten mit Blasenkrebs und teilten sie dafür in drei Gruppen ein. Die Patienten der ersten Gruppe rauchten nicht oder maximal 20 Zigaretten pro Tag seit höchstens 30 Jahren. Die Probanden der zweiten Gruppe rauchten seit 31 bis 40 Jahren oder aber mehr als 20 Zigaretten für maximal 30 Jahre. Zur dritten Gruppe gehörten die starken Raucher, die länger als 40 Jahre Tabak konsumierten.

Biomarker unterstützen Prognose

Im Durchschnitt waren die Patienten 60 Jahre alt. Die Untersuchung zeigte, dass die starken Raucher im Vergleich zur Gruppe der Nichtraucher und der Patienten, die selten und maximal 30 Jahre lang rauchten, ein um das Sechsfache erhöhtes Sterberisiko hatten. Insgesamt starben im Analysezeitrum 90 Patienten.

Um ein mögliches Sterberisiko zu prognostizierten, untersuchten die Forscher zudem das Gewebe der Patienten auf neun Biomarker, unter anderem E-Cadherin, p53 und Bcl-2. Dann ordneten sie die Probanden jeweils einer von drei Gruppen zu, bei denen eine unterschiedliche Anzahl von Biomarkern verändert waren.

Blasenkrebs: 28.000 Menschen sterben jährlich 

Es zeigte sich, dass die Prognose umso schlechter war, je mehr Biomarker verändert waren. Am schlechtesten schnitten Patienten mit Veränderungen in sechs bis neun Biomarkern ab. Dabei war es gleichgültig, welche Biomarker verändert waren. Dieser Zusammenhang blieb in einer Multivarianzanalyse bestehen, die auch Dauer und Intensität des Rauchens einschloss. Das Ergebnis stützt die Hypothese, dass bei der Krebsentstehung das Zusammenspiel mehrerer molekularbiologischer Faktoren entscheidend ist.

In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 28.000 Menschen neu an Blasenkrebs. Damit ist diese Krebsart nur etwas seltener als Lungenkrebs. Männer erkranken dreimal so häufig wie Frauen. Rauchen kann Blasenkrebs befördern, weil die im Zigarettenrauch enthaltenen kanzerogenen Substanzen, die über die Lunge ins Blut gelangen, von der Niere gefiltert werden. So gelangen sie mit dem Urin in die Blase, wo sie längere Zeit verweilen und ihre schädigende Wirkung entfalten können.

Foto: © dvarg - Fotolia.com

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