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Blasen in der Mundschleimhaut können Anzeichen einer Autoimmunerkrankung sein

Schmerzhafte Blasen in der Mundschleimhaut oder in der Nase: Das Schleimhautpemphigoid gehört zu den chronisch verlaufenden Blasen bildenden Autoimmunerkrankungen. Patienten haben oft eine lange Odyssee hinter sich, bis die richtige Diagnose gestellt wird.
Schleimhautpemphigoid, Mundschleimhaut, Blasen

Die Mundschleimhaut ist am häufigsten von Blasenbildung betroffen. Das Schleimhautpemphigoid kann aber auch Nase, Augen und Genitalien befallen

Bei schmerzhaften Blasen in der Mundschleimhaut denken viele zunächst einmal an eine Aphte. In seltenen Fällen kann jedoch eine Autoimmunerkrankung die Ursache sein - das sogenannte Schleimhautpemphigoid. Weil die Erkrankung so selten ist, wird sie auch von Ärzten oft lange übersehen. Dazu gibt es noch verschiedene Formen.

Bei den meisten Patienten beginnt die Erkrankung in der Mundschleimhaut. Bei einigen Patienten kann die Krankheeit jedoch in der Nasenschleimhaut beginnen, was sich durch Nasenbluten, Ausbildung von blutigen Krusten sowie verringerter Nasenatmung äußern kann. Auch die Genitalschleimhaut kann betroffen sein, dies ist vor allem bei Frauen der Fall. Und sogar die Bindehaut des Auges kann beteiligt sein. Wird die Ursache nicht rechtzeitig behandelt, können Betroffene erblinden. 

Uni Lübeck auf chronisch entzündliche Erkrankungen der Haut spezialisiert

Am Universitätsklinikum Lübeck hat man sich auf chronisch entzündliche Erkrankungen der Haut spezialisiert, zu denen auch das Schleimhautpemphigoid gehört. Hier werden die Ursachen der Autoimmunerkrankung und neue Therapieansätze zusammen mit weiteren Instituten erforscht. Und natürlich werden Patienten diagnostiziert und behandelt. Der Verlauf der Erkrankung und die diagnostischen Werte werden kontrolliert, die medikamentöse Therapie gegebenenfalls angepasst und, falls erforderlich, Ärzte weiterer Fachgebiete einbezogen. Bei günstigem Verlauf kann später auf eine rein ambulante Behandlung umgestellt werden.

 

Krankheit zum Stillstand gebracht

„Ich bin vor allem darüber froh, dass die Krankheit nach meiner langen Odyssee in verschiedensten Arztpraxen und Kliniken endlich in Lübeck richtig erkannt und dann zum Stillstand gebracht worden ist“, wird ein Patient in einer Meldung des Klinikums zitiert. Bei ihm sind vor allem Kehlkopf und Stimmlippen betroffen, seine Stimme klingt heiser.

Für Klinikchef Prof. Dr. Detlef Zillikens ist es entscheidend, dass die Behandlung möglichst früh ansetzt, um ein Übergreifen auf andere Organe verhindern zu können.  „Wir versuchen, eine noch spezifischere Wirkweise der Medikamente zu erreichen, damit sie nur an den Zellen ansetzen, die tatsächlich für die Krankheit verantwortlich sind“, sagt er.

Neue Ansätze gegen das Schleimhautpemphigoid in Entwicklung

Weil die augenblicklichen Therapieoptionen noch unspezifisch sind, werden in Lübeck Ansätze entwickelt, die auf die Reduzierung der Bildung von Autoantikörpern abzielen und die Entzündungsreaktion beeinflussen, die durch die Bindung der Autoantikörper an Haut und Schleimhäuten ausgelöst wird. Ein neuer entsprechender Hemmstoff wird augenblicklich in einer klinischen Studie an der Lübecker Klinik getestet. In prä-klinischen Studien konnte dieser Inhibitor bestimmte Komponenten der Erkrankung vollständig ausschalten. Daneben ist ein neues Testverfahren in Entwicklung, das einerseits die Diagnostik des verbessern und andererseits Patienten personalisierte Therapien ermöglichen soll.

Die bisherigen Forschungserfolge haben dazu geführt, dass derzeit in Lübeck das weltweit erste Forschungszentrum zu chronisch entzündlichen Hauterkrankungen entsteht. Im Jahr 2022 soll das Center for Research on Inflammation of the Skin (CRIS) fertiggestellt sein.

Foto: © RioPatuca Images - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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