Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
24.08.2020

Biomarkertest könnte auf Alzheimer hinweisen

Bislang war es schwierig, die verschiedenen Demenzformen klar voneinander abzugrenzen. Nun wurde ein Biomarkertest untersucht, der zu einer sicheren Alzheimer-Diagnose beitragen könnte. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie mit.
Alzheimer

Um Alzheimer von anderen Demenzformen zu unterscheiden, wäre ein Biomarkertest hilfreich

Laut Angaben der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft e.V.  nimmt die Zahl der Demenzpatienten kontinuierlich zu und wird sich bis zum Jahr 2050 in Deutschland von 1,6 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen. Ein Großteil der Betroffenen leidet unter einer Alzheimer-Demenz, doch es gibt auch Demenzen anderer Ursache, welche anders behandelt werden müssen. Bislang war es aufwändig, die verschiedenen Formen klar voneinander abzugrenzen. Forscher untersuchten nun einen Biomarkertest, der eine sichere Alzheimer-Diagnose einfacher machen könnte.

Richtige Diagnose für Behandlung wichtig

Für die Behandlung einer Demenz ist es wichtig, die zugrundeliegende Erkrankung zu kennen. Bei einer durch Gefäßschäden verursachten, sogenannten vaskulären Demenz ist es beispielsweise von großer Bedeutung, Gefäßrisikofaktoren zu korrigieren und das Blut zu verdünnen. Therapien gegen Alzheimer sind bisher symptomatisch wirksam, verändern aber den Krankheitsverlauf nicht.

Eine sichere Alzheimer-Diagnose ergibt sich nur aus der Analyse des Nervenwassers oder einem PET-Scan des Gehirns – beides Untersuchungen, die invasiv und teuer sind. Ein Bluttest auf Alzheimer wäre daher wünschenswert, um die Erkrankung eindeutig und schnell diagnostizieren zu können.

Nun gibt es Hoffnungen, dass sich die Erwartungen erfüllen könnten. Eine internationale Studiengruppe hat vielversprechende Ergebnisse für den Biomarker Phospho-tau217 im Blutplasma vorgelegt.

 

pTau217 möglicher Biomarker für Alzheimer

Das Strukturprotein Tau lagert sich bei Alzheimer in den Fasern der Nervenzellen ab und trägt zu ihrem Untergang bei. Typischerweise werden bei Alzheimer-Patienten daher erhöhte Tau-Proteinkonzentrationen gefunden, allerdings ist die Spezifität des Gesamt-Taus nicht sehr hoch. Deshalb hat man nach exakteren Markern gesucht.

Die aktuelle Studie untersuchte das an Position 217 hyperphosphorylierte Tau-Protein (pTau217). Dabei zeigte sich an insgesamt 1402 Personen, dass pTAau217 mit einer hohen Spezifität Alzheimer-Patienten und sogar Träger einer Mutation, die zu Alzheimer führen kann, identifizieren konnte. Die Genauigkeit der Bestimmung war vergleichbar mit der der Liquor-Untersuchung oder eines PET-Scans.

Weitere Studien müssen nun zeigen, ob pTau217 tatsächlich eine frühe Diagnose von Morbus Alzheimer ermöglicht. Die Studienautoren hoffen, dass sich daraus langfristig auch neue Therapie-Ansätze ableiten lassen.

Foto: Adobe Stock / LIGHTFIELD STUDIOS

Autor: anvo
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin , Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alzheimer , Alter
 

Weitere Nachrichten zum Thema Morbus Alzheimer

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Bei schweren Covid-Verläufen richtet meist das eigene Immunsystem mehr Schaden an als die eigentliche Virusinfektion. Forscher haben nun herausgefunden, dass dabei ein natürliches Gewebe-Schutzprogramm aus dem Ruder läuft, die sogenannte Seneszenz. Die Erkenntnisse sind für neue Behandlungsmöglichkeiten relevant.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin