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BfR: Schweinepest für Menschen ungefährlich

„Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest ist auf den Menschen nicht übertragbar": Das betont das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) anlässlich des aktuellen Ausbruchs der Infektionskrankheit auf zwei brandenburgischen Bauernhöfen. Weder der Kontakt zu kranken Tieren noch der Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Haus- oder Wildschweinen stammten, stellten für den Menschen eine Gefahr dar.
Hausschweine in Freilandhaltung vorm Stall.

Afrikanische Schweinepest: 2007 gab es den ersten Fall in Europa (an dessen Südostgrenze in Georgien). Im September 2020 wurde das Virus erstmals in Deutschland nachgewiesen (in Brandenburg – allerdings nur bei einem Wildschwein). Und jetzt, am 15. Juli 2021, zum ersten Mal auch bei Hausschweinen in Bauernhöfen (ebenfalls in Brandenburg).

Die jetzt erstmals in Deutschland bei Hausschweinen festgestellte Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt für den Menschen keine Gesundheitsgefahr dar. „Der Erreger der ASP ist nicht auf den Menschen übertragbar“, sagt Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Weder vom direkten Kontakt mit kranken Tieren noch vom Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Haus- oder Wildschweinen stammen, geht ein Risiko für die Gesundheit aus.“

Anders verhielte es sich, wenn die ASP eine sogenannte Zoonose wäre: also eine Erkrankung, deren Erreger von Tieren auf Menschen übertragbar sind und umgekehrt. Die häufigsten Infektionskrankheiten beim Menschen sind solche Zoonosen. Neu auf der Liste seit 2020: das Coronavirus SARS-CoV-2 beziehungsweise Covid-19 als Erkrankung.

Schweinepest: Für Wild- und Hausschweine häufig tödlich

Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist ein Virus, das Wild- und Hausschweine befällt und bei ihnen zu einer schweren, häufig tödlichen Erkrankung führt. Übertragen wird der Erreger über direkten Kontakt, über Ausscheidungen infizierter Tiere oder durch Zecken, die in Deutschland in jüngster Zeit immer aktiver werden.

 

ASP-Virus: In 14 Jahren von Europas Grenzen zu uns

Das ASP-Virus ist ursprünglich in infizierten Wildtieren in Afrika heimisch, daher der Name. Seit 2007 breitet es sich vom äußersten Südosten Europas (erstes Land: Georgien) in Richtung Nordwesten aus. 2018 wurde der Erreger auch bei Wildschweinen in Belgien und damit erstmals in Westeuropa gefunden. Am 10. September 2020 konnte das ASP-Virus erstmals in Deutschland nachgewiesen werden (bei einem Wildschwein in Brandenburg). Am 15. Juli dieses Jahres schließlich wurde bekannt, dass in Deutschland erstmals auch Hausschweine mit der  Afrikanischen Schweinegrippe infiziert sind. Zunächst waren zwei Bauernhöfe in Brandenburg betroffen, inzwischen kam ein dritter hinzu.

Schweinepest-Erreger monatelang infektiös

Laut Bundesinstitut ist der Schweinepest-Erreger sehr stabil. In damit kontaminierten Lebensmitteln kann er über mehrere Monate infektiös bleiben. Wie gesagt: Für Menschen stellt dies keine Gefahr dar. Werden aber nicht-erhitzte Lebensmittel oder Lebensmittelreste, die von infizierten Tieren stammen, an nicht-infizierte Tiere verfüttert, kann das Virus daher in zuvor ASP-freie Regionen und damit auch in die Hausschweinbestände hinein verbreitet werden.

Grundsätzlich empfohlene Hygiene-Maßnahmen beim Kochen

Obwohl das ASP-Virus für den Menschen weder eine Gefahr noch ein Risiko darstellt, rät das BfR dazu, Haus- und Wildschweinfleisch wie jedes andere rohe Fleisch stets hygienisch zuzubereiten, da es auch andere Erreger enthalten kann. Folgende Regeln sollte man sinnvollerweise beachten:

  • Fleisch ununterbrochen gekühlt aufbewahren.
  • Fleisch vor dem Garen getrennt von anderen Lebensmitteln zubereiten.
  • Beim Erhitzen sollte an allen Stellen des Fleischstücks eine Temperatur von 70 Grad oder höher für mindestens zwei Minuten erreicht werden.

Stichwort „Bundesinstitut für Risikobewertung"/BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung ist nach eigenen Angaben eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Foto: AdobeStock/timestudia

Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
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