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Bewegungsmangel begünstigt Knie-Arthrose

Dienstag, 9. März 2021 – Autor:
Homeoffice, geschlossene Fitnessstudios, Stress – viele leiden seit dem Corona-Pandemiebeginn unter Bewegungsmangel. Dazu kommt oft eine Gewichtszunahme. All das begünstigt Knie-Arthrose.
Sich zu wenig zu bewegen geht aufs Kniegelenk

– Foto: Adobe Stock/Seventyfour

Homeoffice, geschlossene Fitnessstudios, Stress – viele bewegen sich seit dem Corona-Pandemiebeginn weniger und verbringen ihren Alltag überwiegend im Sitzen. Hinzu kommt bei vielen eine Gewichtszunahme: Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) haben die Deutschen zwischen April 2019 und September 2020 durchschnittlich je ein Kilo zugelegt.

"Muskulatur baut sich ab, wenn sie nicht laufend trainiert wird", sagt Prof. Karl-Dieter Heller, Präsident der AE - Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik und Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig, in einer Pressemitteilung. Das wird durch eine dänische Studie belegt: So hatte sich bei 32 männlichen Probanden schon nach zwei Wochen vollkommener Inaktivität bereits bis zu einem Drittel der Muskelmasse zurückgebildet.

Bewegung für Ernährung des Knorpels wesentlich

Dabei braucht es kräftige Muskeln, um das größte und komplizierteste Gelenk in unserem Körper, das Knie, zu schützen: Die das Kniegelenk stabilisierende Muskulatur fängt große Gewichtseinwirkungen ab. Diese entstehen auch schon bei alltäglicher Belastung: „Beim Treppenabsteigen etwa wird das Kniegelenk mit dem Vielfachen des Körpergewichts belastet“, erläutert Heller.

Außerdem hält und stabilisiert die Muskulatur das Gelenk und sorgt für saubere Bewegungsabläufe. Schädliche Fehl- und Überbelastungen werden so abgemildert und manche Stürze vermieden. Bewegung wiederum ist für die Ernährung des Knorpels wesentlich.

 

Eingeschränkte muskuläre Kontrolle des Gelenks

"Die eingeschränkte muskuläre Kontrolle des Kniegelenkes gilt als vergleichbarer Risikofaktor für Arthrose wie ein durch eine Verletzung instabil gewordenes Gelenk - etwa als Folge von einem Riss des Kapsel-Band-Apparats oder einem Meniskusschaden", so Heller. 

"Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass bei Patienten mit Arthrose des Kniegelenks der große vierköpfige Oberschenkelmuskel, der sogenannte Quadrizeps, geschwächt ist", ergänzt Prof. Carsten Perka, Generalsekretär der AE. "Tatsächlich steht der muskuläre Abbau des Quadrizeps oft am Beginn einer Arthrose - und ist nicht, wie zu vermuten wäre, seine Folge."

Bewegungsmangel begünstigt Knie-Arthrose

Wenn zur Muskelschwäche noch Übergewicht dazu kommt, verstärken sich die schädlichen Effekte. Bewegungsmangel begünstigt Knie-Arthrose, fasst Perka zusammen, Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie an der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Bereits bestehende Risikofaktoren wie starke X- und O-Beine oder vorangegangene Verletzungen des Kniegelenks verstärken diese Vorgänge noch, so der Orthopäde und Unfallchirurg.

"Es existiert bislang kein therapeutisches Verfahren, das Kniegelenksarthrose dauerhaft aufhalten oder gar umkehren kann", sagt Perka. Wenn sie stark fortgeschritten ist, kann am Ende der Behandlungskette der operative Einsatz eines Ersatzgelenks stehen. Die AE rät deshalb zu Prävention mit täglichem moderaten Ausdauer-, Kraft- und Beweglichkeitstraining. Für jedermann.

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