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Bewegung kann der Entstehung der nicht-alkoholischen Fettleber vorbeugen

Montag, 16. Mai 2022 – Autor:
Regelmäßige Bewegung kann der Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber vorbeugen. Das zeigt eine Studie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), Helmholtz München und des Universitätsklinikums Tübingen.
Beim Training lässt sich der Fettleber davonlaufen

– Foto: pixabay/Lewis Good

Regelmäßige Bewegung kann der Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber vorbeugen. Das zeigt eine Studie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), Helmholtz München und des Universitätsklinikums Tübingen.
 
Weltweit leidet bereits jeder Vierte daran. Betroffene haben häufig Typ-2-Diabetes sowie ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Fetteinlagerungen können in der Leber zu Entzündungen führen. Diese hinterlassen Gewebeschäden und Narben, wodurch ihre Funktionsfähigkeit sinkt und das Risiko einer Leberzirrhose oder von Leberkrebs steigt.

Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -verbrauch

Als Ursache für die Erkrankung wird ein Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -verbrauch diskutiert. Dies führt zu Fettablagerungen in der Leber und beeinträchtigt mit der Zeit die Funktion der Mitochondrien, der Zellkraftwerke.

Die Wissenschaftler untersuchten, inwieweit regelmäßige Bewegung die Anpassung der Leber an eine erhöhte Energiezufuhr verändert. Dafür wurden Mäuse mit einer energiereichen Diät gefüttert. Einige der Mäuse wurden zudem regelmäßig auf dem Laufband trainiert.

 

Bewegung kann der Entstehung der Fettleber vorbeugen

Nach sechs Wochen untersuchten die Forscher Leber und Muskeln der Tiere. Ergebnis: Das Training regulierte wichtige Enzyme des Glukose- und Fruktoseabbaus in der Leber sowie den mitochondrialen Pyruvat-Stoffwechsel. Als Folge wird weniger Fett in der Leber gespeichert. Darüber hinaus verbessert sich die Glukosekontrolle bei den trainierten Mäusen. Zudem entlastet eine gesteigerte Atmungskapazität der Skelettmuskulatur die Stoffwechselbelastung in der Leber. Bewegung kann der Entstehung der nicht-alkoholischen Fettleber also vorbeugen.

Prof. Cora Weigert, Leiterin der Studie und Professor für Molekulare Diabetologie am Universitätsklinikum Tübingen: "Die Ergebnisse zeigen auch, dass regelmäßige körperliche Aktivität viele Ziele und gleichzeitig Schlüsselknoten von Stoffwechselwegen reguliert, ein Effekt, der mit einer Monotherapie nicht erreicht werden kann." Die Studie erschien im Fachmagazin Molecular Metabolism.

Betroffene haben Verlauf der Erkrankung oft selbst in der Hand

Derweil fordern Fachgesellschaften, die Früherkennung der nicht-alkoholischen Fettleber zu verbessern. Eine Fettleber oder eine Fettleber-Entzündung könnten mit Hilfe der Leberwerte und einer Ultraschalluntersuchung durch jeden Hausarzt festgestellt werden. Richtig behandelt ist die Fettleber zu einem gewissen Grad reversibel.

"Entscheidend ist, wie weit der Umbau von Leber- zu Narbengewebe fortgeschritten ist. Steht dieser noch am Anfang, haben Betroffene den Verlauf der Erkrankung selbst in der Hand", sagt Prof. Heiner Wedemeyer, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Früherkennung der nicht-alkoholischen Fettleber verbessern

"Es ist wichtig die Fettleber in die Gesundheitsvorsorge aufzunehmen, um zu verhindern, dass die Betroffenenzahlen weiter steigen", fordert der Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) weiter.

Dem schließen sich die Deutsche Adipositas Gesellschaft, die Deutsche Diabetes Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin, die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen und die Deutsche Leberstiftung an: Die nicht-alkoholische Fettleber und die nicht-alkoholische Steatohepatitis sollten in die Disease-Management-Programme für Diabetes und Adipositas aufgenommen werden.

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