Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
15.05.2015

Bewegung bleibt Blutdrucksenker erster Wahl

Bewegung, Entspannung und eine bewusste Ernährung, und erst wenn das nicht hilft Medikamente – dieses Rezept empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga (DHL) im Vorfeld des Welt-Hypertonie-Tages am 17. Mai gegen Bluthochdruck. Das gilt auch, wenn der Blutdruck nur leicht erhöht ist.
Blutdrucksenker Bewegung

Bewegung bleibt das beste Mittel gegen Bluthochdruck

Bluthochdruck (Hypertonie) ist an sich noch keine Krankheit. Doch schon eine milde Hypertonie steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verkürzt die Lebenserwartung. Davor warnt die Hochdruckliga unter Verweis auf zwei neue Studien.

Risiko Bluthochdruck

Bislang war umstritten, ob auch ein milder Bluthochdruck mit Werten zwischen 140/90 mmHG und 160/100 mmHG schon behandlungsbedürftig ist. Doch ein Anstieg des systolischen Bluthochdrucks auf mehr als 150 mmHg erhöht laut DHL sowohl das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch das Sterberisiko. Das zeigt eine Auswertung von Daten von rund 89.000 Bluthochdruck-Patienten, die kürzlich im „British Medical Journal“ erschienen ist.

Die Hochdruckliga verweist auf eine zweite Analyse von rund 15.000 Datensätzen. Sie zeigte, dass Patienten mit milder Hypertonie, die mit Medikamenten behandelt worden waren, ein geringeres Risiko für Schlaganfälle und einen früheren Tod haben als unbehandelte Patienten. Das Fazit des DHL-Vorstandsvorsitzenden Professor Martin Hausberg aus diesen Studien: „Eine milde Hypertonie ist keineswegs harmlos, sondern es besteht ein zeitnaher Handlungsbedarf nach Diagnosestellung.“

 

Hypertonie vermeiden mit Bewegung und Entspannung

Bluthochdruck ist ein weitverbreitetes Gesundheitsproblem. Jeder Dritte in Deutschland ist laut DHL betroffen. Unter den 70 bis 79-Jährigen haben drei Viertel einen erhöhten Blutdruck. Doch bereits einfache Maßnahmen helfen. Unter dem Motto „Vorsorgen & Gesund bleiben – Bewegung, Entspannung und bewusste Ernährung für einen gesunden Blutdruck“ findet deshalb am 17. Mai 2015 der Welt Hypertonie Tag statt. Der Aktionstag zeigt, welche Möglichkeiten jeder Einzelne hat, um zu seiner Gesundheit beizutragen.

„Grundsätzlich sind Lebensstiländerungen das Mittel der ersten Wahl bei ansonsten gesunden Patienten“, sagt der Experte Hausberg. Eine milde Hypertonie könne schon allein dadurch verschwinden. Die wichtigsten Faktoren: Regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Dauerstress, der Abbau von Übergewicht, der Verzicht auf Nikotin und eine gesunde Ernährung mit wenig Salz und tierischen Fetten, dafür aber viel Obst und Gemüse, kaltgepressten Ölen und fettarmen Milchprodukten.

Medikamente gegen Bluthochdruck als zweite Wahl

„Oft sinkt der Blutdruck in den ersten drei Monaten nach einer entsprechenden Umstellung des Lebensstils so stark, dass Medikamente nicht notwendig sind“, sagt der Internist Hausberg. Tritt das nicht ein, dürfe mit einer medikamentösen Therapie aber nicht gewartet werden.

Besonders ältere Patienten profitieren von einer Blutdrucksenkung. Ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sinkt laut DHL deutlich. Auch bei ihnen steht die Lebensstiländerung am Anfang der Therapie. Sind Medikamente nötig, empfehlen die Experten bei älteren Patienten eine möglichst behutsame Senkung des Blutdrucks. Denn mit den Lebensjahren steige die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen und der Körper baue die Medikamente langsamer ab.

Foto: tralier – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bluthochdruck

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Gesunder Schlaf ist gut für das menschliche Immunsystem. „Wer kann, sollte viel schlafen“, rät die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) den Menschen inmitten der Corona-Pandemie. Was guten Schlaf begünstigt? TV-Geräte und alles, was an Arbeit erinnert, aus dem Schlafzimmer verbannen. Kein Alkohol und nur leichtes Essen vorm Schlafengehen. Schnarchende Partner ausquartieren. Aber es gibt noch zehn weitere Tricks.

Nach einer vorläufigen Auswertung der Studiendaten hat der mRNA-Impfstoff von Curevac nur eine Wirksamkeit von 47 Prozent. Trotzdem hofft das Tübinger Unternehmen weiter auf eine Zulassung. Der wissenschaftliche Studienleiter ist dagegen weniger optimistisch.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin