. Welt-Hypertonie-Tag

Bewegung bleibt Blutdrucksenker erster Wahl

Bewegung, Entspannung und eine bewusste Ernährung, und erst wenn das nicht hilft Medikamente – dieses Rezept empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga (DHL) im Vorfeld des Welt-Hypertonie-Tages am 17. Mai gegen Bluthochdruck. Das gilt auch, wenn der Blutdruck nur leicht erhöht ist.
Blutdrucksenker Bewegung

Bewegung bleibt das beste Mittel gegen Bluthochdruck

Bluthochdruck (Hypertonie) ist an sich noch keine Krankheit. Doch schon eine milde Hypertonie steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verkürzt die Lebenserwartung. Davor warnt die Hochdruckliga unter Verweis auf zwei neue Studien.

Risiko Bluthochdruck

Bislang war umstritten, ob auch ein milder Bluthochdruck mit Werten zwischen 140/90 mmHG und 160/100 mmHG schon behandlungsbedürftig ist. Doch ein Anstieg des systolischen Bluthochdrucks auf mehr als 150 mmHg erhöht laut DHL sowohl das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch das Sterberisiko. Das zeigt eine Auswertung von Daten von rund 89.000 Bluthochdruck-Patienten, die kürzlich im „British Medical Journal“ erschienen ist.

Die Hochdruckliga verweist auf eine zweite Analyse von rund 15.000 Datensätzen. Sie zeigte, dass Patienten mit milder Hypertonie, die mit Medikamenten behandelt worden waren, ein geringeres Risiko für Schlaganfälle und einen früheren Tod haben als unbehandelte Patienten. Das Fazit des DHL-Vorstandsvorsitzenden Professor Martin Hausberg aus diesen Studien: „Eine milde Hypertonie ist keineswegs harmlos, sondern es besteht ein zeitnaher Handlungsbedarf nach Diagnosestellung.“

 

Hypertonie vermeiden mit Bewegung und Entspannung

Bluthochdruck ist ein weitverbreitetes Gesundheitsproblem. Jeder Dritte in Deutschland ist laut DHL betroffen. Unter den 70 bis 79-Jährigen haben drei Viertel einen erhöhten Blutdruck. Doch bereits einfache Maßnahmen helfen. Unter dem Motto „Vorsorgen & Gesund bleiben – Bewegung, Entspannung und bewusste Ernährung für einen gesunden Blutdruck“ findet deshalb am 17. Mai 2015 der Welt Hypertonie Tag statt. Der Aktionstag zeigt, welche Möglichkeiten jeder Einzelne hat, um zu seiner Gesundheit beizutragen.

„Grundsätzlich sind Lebensstiländerungen das Mittel der ersten Wahl bei ansonsten gesunden Patienten“, sagt der Experte Hausberg. Eine milde Hypertonie könne schon allein dadurch verschwinden. Die wichtigsten Faktoren: Regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Dauerstress, der Abbau von Übergewicht, der Verzicht auf Nikotin und eine gesunde Ernährung mit wenig Salz und tierischen Fetten, dafür aber viel Obst und Gemüse, kaltgepressten Ölen und fettarmen Milchprodukten.

Medikamente gegen Bluthochdruck als zweite Wahl

„Oft sinkt der Blutdruck in den ersten drei Monaten nach einer entsprechenden Umstellung des Lebensstils so stark, dass Medikamente nicht notwendig sind“, sagt der Internist Hausberg. Tritt das nicht ein, dürfe mit einer medikamentösen Therapie aber nicht gewartet werden.

Besonders ältere Patienten profitieren von einer Blutdrucksenkung. Ihr Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sinkt laut DHL deutlich. Auch bei ihnen steht die Lebensstiländerung am Anfang der Therapie. Sind Medikamente nötig, empfehlen die Experten bei älteren Patienten eine möglichst behutsame Senkung des Blutdrucks. Denn mit den Lebensjahren steige die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen und der Körper baue die Medikamente langsamer ab.

Foto: tralier – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bluthochdruck

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Schwangere mit Aussicht auf Frühgeburt liegen oft in Kliniken, die Frühgeborene nicht nach dem Stand von Wissenschaft und Technik versorgen können. Mögliche Folge: Weiterverlegung per Hubschrauber oder Baby-Notarztwagen, Trennung von der Mutter – ein enormer Stress für einen kaum lebensfähigen Säugling. Wichtig deshalb: von vornherein ein „Frühchen-Zentrum“ mit entsprechender Kompetenz aussuchen.
Maserninfektion überstanden – alles gut? Von wegen. Forscher haben herausgefunden, dass Masernviren einen Teil des Immungedächtnisses löschen, und zwar über Jahre. Masern sind also noch gefährlicher als man bislang dachte.
Der Countdown läuft: Am1. Januar 2020 muss das Bundesteilhabegesetz in großen Teilen umgesetzt sein. Wo steht Berlin und wo gibt es noch offene Baustellen? Gesundheitsstadt Berlin hat darüber mit Repräsentanten des Landes Berlin, Kassenvertretern und Leistungserbringern diskutiert. Eine Bestandsaufnahme.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Französische Friedrichstadtkirche (Französischer Dom) | Gendarmenmarkt 5 | 10117 Berlin (Mitte)

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Campus Charité Mitte, Charité Comprehensive Cancer Center, Invalidenstraße 80, 10115 Berlin, Barrierefreier Zugang über Virchowweg 23 auf dem Campusgelände Ebene 3 | Konferenzraum (Raum 03 001)
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.