Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
30.01.2018

Bestrahlung von Glioblastomen wird näher erforscht

Glioblastome sind hoch aggressive Hirntumore, die oft mit einer Strahlentherapie behandelt werden. Noch sind deren Erfolge begrenzt. Doch Wissenschaftler verfolgen jetzt eine neue Spur: Sie heißt Radioimmunisierung.
Radioimmunisierung von Glioblastomen: Forscher prüfen neue Form der Immuntehrapie

Radioimmunisierung von Glioblastomen: Forscher prüfen neue Form der Immuntehrapie

Immuntherapien stehen in der Krebsmedizin hoch im Kurs. Neue derartige Medikamente werden derzeit auch für das Glioblastom geprüft, bislang allerdings ohne nennenswerte Erfolge. Nun gehen Wissenschaftler der Universitätsklinik Mannheim einer völlig anderen Spur nach, die zunächst niemand mit einer Immuntherapie in Verbindung bringen würde: die Strahlentherapie. Das Team um PD Dr. med. Frank Giordano vermutet nämlich, dass das Immunsystem die Krebszellen durch eine hoch-fokussierte Bestrahlung besser erkennen kann. Diesem Nebeneffekt wollen die Forscher nun in einer Studie nachgehen, die von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung gefördert wird.

Eine Radioimmunisierung wäre denkbar

„Wenn wir damit den Mechanismus entschlüsseln, durch den hochdosierte Bestrahlung Tumorzellen für das Immunsystem besser sichtbar macht, kann das die Grundlage für eine neue Form der Behandlung sein“, erläutert Giordano. Der neue Ansatz nennt sich Radioimmunisierung. Man könnte auch von einer Impfung durch fokussiert-hochdosierte Bestrahlung sprechen.

Die Studie namens INTRAGO erforscht in Mannheim und an weltweit 17 weiteren Exzellenzzentren die intraoperative Bestrahlung von Patienten mit Glioblastomen, einer hoch aggressiven Form von Hirntumoren. Die dabei gewonnenen Daten und Gewebeproben wertet das neue Forschungsprojekt nun vertieft aus. Das Projekt sei so aufgebaut, dass es nahtlos auch auf andere Tumoren übertragen werden könne, erläutert Prof. Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Universitätsmedizin Mannheim.

 

Hoffnung auf neue Behandlungsansätze

Glioblastome sind die häufigsten Hirntumore bei Erwachsenen. Da sich die Krebszellen systemisch über das Gehirn ausbreiten, ist eine komplette Entfernung weder chirurgisch noch strahlentherapeutisch möglich. Darum sind Glioblastome auch bis heute unheilbar: Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt momentan bei 15 Monaten. Neue Behandlungsansätze sind darum dringend geboten.

Foto: © bittedankeschön - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Hirntumor , Glioblastom , Krebsforschung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Glioblastom

03.07.2019

Das Glioblastom ist ein aggressiver Hirntumor, für den es bislang keine Heilung gibt. Mit einem neuen Behandlungsansatz, den sogenannten Tumortherapiefeldern (TTF), soll das Tumorwachstum verlangsamt werden. In einer Nutzenbewertung konnte nun gezeigt werden, dass Patienten durch die Methode tatsächlich länger leben können.

26.02.2019

In der Chemotherapie des Glioblastoms gibt es Fortschritte: Forscher konnten zeigen, dass bei etwa einem Drittel der Patienten eine Form vorliegt, die besonders gut auf eine spezielle Art der Therapie anspricht.

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.

Für Babys ist liebevolle Berührung existenziell: um sich geborgen zu fühlen, physisch und psychisch zu gedeihen und später normale Beziehungen eingehen zu können. Zwischenmenschliche Berührung wirkt auf sie wie ein sanftes Arzneimittel: Sie verlangsamt den Herzschlag, baut Stress ab und führt im Körper zu Entspannung.

 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin