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24.10.2019

Bestimmte Lebensmittel unterstützen das Darm-Mikrobiom

Bestimmte Lebensmittel unterstützen das Darm-Mikrobiom. Sie lassen Bakterien mit entzündungshemmenden Eigenschaften gedeihen und schützen so vor Darmerkrankungen.
hülsenfrüchte, bohnen, linsen, kichererbsen

Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Kichererbsen fördern ein gesundes Darm-Mikrobiom

Bestimmte Lebensmittel unterstützen das Darm-Mikrobiom. Sie lassen Bakterien mit entzündungshemmenden Eigenschaften gedeihen und schützen so vor Darmerkrankungen. Das fanden Forscher des Universitätsklinikums Groningen heraus.

Ihre Studie wurde auf der UEG (United European Gastroenterology)-Week in Barcelona vorgestellt. Die Ergebnisse stützen den Ansatz, dass eine bestimmte Diät eine wirksame Behandlungsstrategie für Darmkrankheiten sein könnte, da sie die Zusammensetzung des Darmmikrobioms moduliert.

61 Lebensmittel beeinflussen die Darm-Mikroben

Für die Untersuchung beobachteten die Experten vier Studiengruppen, die Allgemeinbevölkerung, Patienten mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Patienten mit Reizdarmsyndrom. Die Forscher analysierten eine von jedem Teilnehmer bereitgestellte Stuhlprobe, um die Mikrobiota des Wirts zu rekonstruieren.

Die individuelle Bakterien-Zusammensetzung im Darm verglichen sie mit den Ergebnissen einer Lebensmittelfrequenzerhebung. Die Ergebnisse identifizierten 61 einzelne Lebensmittel, die mit mikrobiellen Populationen in Zusammenhang stehen und 49 Korrelationen zwischen Lebensmittelmustern und mikrobiellen Gruppen.

 

Hülsenfrüchte, Fisch und Nüsse

Ernährungsgewohnheiten, die reich an Brot, Hülsenfrüchten, Fisch und Nüssen waren, gingen mit einer Abnahme der potenziell schädlichen aeroben Bakterien einher. Ein höherer Verzehr dieser Lebensmittel war auch mit einem geringeren Gehalt an entzündlichen Markern im Stuhl verbunden, von denen bekannt ist, dass sie während einer Darmentzündung ansteigen.

Eine höhere Aufnahme von Fleisch, Fastfood oder raffiniertem Zucker war mit einer Abnahme der nützlichen Bakterienfunktionen und einer Zunahme der Entzündungsmarker verbunden. Rotwein, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Getreide, Fisch und Nüsse waren mit einem höheren Anteil an Bakterien mit entzündungshemmender Wirkung assoziiert, heißt es weiter in einer Pressemitteilung.

Hauptenergiequelle für Dickdarm-Zellen

Diäten auf pflanzlicher Basis waren mit einem hohen Maß an bakterieller SCFA-Produktion verbunden, der Hauptenergiequelle für Zellen, die den Dickdarm auskleiden. Ein pflanzliches Protein unterstützt die Biosynthese von Vitaminen und Aminosäuren sowie den Abbau von Zuckeralkoholen und die Ammoniumausscheidung.

Die Darmflora bezeichnet die im Darm lebende Mikrobenpopulation. Studien haben gezeigt, dass Darmmikroben eine wichtige Rolle für die menschliche Gesundheit spielen, einschließlich des Immunsystems und des Stoffwechsels. Bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Psoriasis-Arthritis, Diabetes, Neurodermitis, Zöliakie und Atherosklerose wurde ein Mangel an Mikrobiota festgestellt. Bei diesen Krankheiten wurden bestimmte Ernährungsformen als Risikofaktoren in Betracht gezogen.

Bestimmte Lebensmittel unterstützen das Darm-Mikrobiom

Die neuen Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass Darm-Mikrobiota zur Erklärung des Zusammenhangs zwischen Ernährung und Krankheit beitragen können. Denn bestimmte Lebensmittel unterstützen das Darm-Mikrobiom. So sagte Studien-Leiterin Laura Bolte: "Die Ernährung wird wahrscheinlich zu einer bedeutenden und ernstzunehmenden Behandlungs- oder Behandlungsmethode für Darmkrankheiten - durch Modulation des Darmmikrobioms."

Um die aus der Studie abzuleitenden Ernährungsempfehlungen abzuschließen, fügte sie hinzu: "Eine Ernährung, die durch Nüsse, Früchte, eine höhere Aufnahme von Gemüse und Hülsenfrüchten kombiniert mit einem moderaten Verzehr tierischer Lebensmittel wie Fisch, mageres Fleisch und Geflügel, fermentierte fettarme Milchprodukte und Rotwein sowie eine geringere Zufuhr von rotem Fleisch, verarbeitetem Fleisch und Süßigkeiten gekenzeichnet ist, werden in unserer Studie positiv mit dem Darmökosystem in Verbindung gebracht. "

Foto: peangdao/fotolia.com

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