Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Bestimmte Frauen haben einen für Männer besonders anziehenden Körpergeruch

Donnerstag, 13. September 2018 – Autor:
Sexualhormone steuern den Monatszyklus der Frau, sorgen für ihre Fruchtbarkeit und einen speziellen Körpergeruch, der sie für Mäner anziehend macht. Bestimmte Frauen riechen dabei besonders gut.
Achselhöhle, hormone, sexuallockstoffe, fruchtbarkeit, sexualitätfängnis it,ine,

Forscher sammelten den Körpergeruch von Frauen mit Wattepads in den Achselhöhlen – Foto: ©oka - stock.adobe.com

Bei der Wahl eines Partners spielt nicht nur der visuelle Eindruck, sondern auch der Geruch eine wichtige Rolle - sowohl im Tierreich als auch beim Menschen. Bereits bekannt ist, dass Frauen während ihres Monatszyklus für Männer zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedlich gut riechen.

Am attraktivsten duftet eine Frau für Männer während der fruchtbarsten Tage ihres Zyklus - in der Zeit also, in der sie sich tatsächlich fortpflanzen kann. Wie Forscher der Universität Bern nun zeigten, gibt es zwischen den Düften der Frauen in ihrer fruchtbaren Zeit noch einmal einen Unterschied. Bestimmte Frauen riechen besonders anziehend.

Körpergeruch der Frauen wurde gesammelt

Für die Studie lud ein Forschungsteam um Daria Knoch von der Abteilung Sozialpsychologie und Soziale Neurowissenschaft der Universität Bern 28 Frauen und 57 Männern ein. Die Frauen, deren Körpergeruch gesammelt wurde, folgten einem „strengen Protokoll, um alle Faktoren zu minimieren, die den Duft verfälschen könnten“, so Studien-Autor Janek Lobmaier in einer Pressemitteilung.

So durften die Frauen nicht mit der Pille die Empfängnis verhüten, in der Zeit der Dufterhebung nicht mit jemandem ihr Bett teilen, sie wuschen sich mit neutralem Duschmittel, tranken an diesen Tagen keinen Alkohol und aßen keine scharfen Speisen.

 

Baumwollpads nahmen den Körpergeruch auf

Zur Zeit der höchsten Fruchtbarkeit klebten die weiblichen Probanden über Nacht Baumwolle-Pads in Achselhöhlen, um ihren individuellen Geruch einzufangen. Später im Labor schnupperten die Männer an den Baumwoll-Pads und bewerteten jeden Geruch, den sie wahrnahmen, mit 0 bis 100 Punkten.

Die Forscher suchten nun nach Faktoren, die die Bewertung der Männer beeinflussten. So wurden über Speichelproben die Hormonspiegel der Frauen bestimmt, sie auf das Stresshormon Cortisol sowie bestimmte Gene, die das Immunsystem prägen, untersucht.

Bestimmte Frauen haben einen besonders anziehenden Körpergeruch

"Einige Studien postulieren, dass die Wahl eines Partners auf möglichst unterschiedlichen Immunsystemen von Mann und Frau gründet, damit der Nachwuchs ein möglichst gutes Abwehrsystem in die Wiege gelegt bekommt", erläutert Lobmaier. Doch die Resultate zeigen, dass das individuelle Imunsystem keinen Einfluss auf die Attraktivität des weiblichen Geruchs hat. Gleiches gilt für den Cortisolspiegel.

Hohe Punktzahlen waren eindeutig mit dem Spiegel der Sexualhormone verknüpft. "Frauen mit hohen Östrogen- und niedrigen Progesteronwerten sind olfaktorisch am anziehendsten für Männer", so Daria Knoch. Östrogen wirkt auch positiv auf die visuelle weibliche Anziehungskraft, wie Studien zeigten. Hohe Östrogenspiegel machen Gesicht und Körper der Frau attraktiv. Und sorgen für einen Körpergeruch, der diese Frauen besonders anziehend für Männer macht.

Die Pille könnte Körpergeruch der Frauen veränden

Wie es sich mit der Pille verhält, wurde nicht untersucht: "Es ist aber zu vermuten, dass die hormonelle Verhütung den körpereigenen Geruch verfälschen kann", so Knoch. Die Studie wurde im Fachmagazin Journal Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht.

Foto: oka/fotolia.com

 

Weitere Nachrichten zum Thema Sexualität

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Bevor eine Multiple Sklerose diagnostiziert wird, haben Betroffene oft schon unerkannte Krankheitsschübe. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler aus München in einer neuen Studie gekommen. Damit stellt das Team die Theorie der sogenannte Prodromalphase in Frage.


 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin