Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
07.05.2021

Bestimmte Blutdrucksenker könnten Hautkrebs-Risiko erhöhen

Bestimmte Blutdrucksenker könnten das Hautkrebs-Risiko erhöhen. Das fanden kanadische Forscher heraus. Die Wirkstoffe erhöhen die Empfindlichkeit der Haut gegen die schädlichen und potentiell krebserzeugenden UV-Strahlen der Sonne.
Bestimmte Blutdrucksenker erhöhen Lichtempfindlichkeit der Haut

Bestimmte Blutdrucksenker könnten das Hautkrebs-Risiko erhöhen. Das fanden kanadische Forscher heraus. Die Wirkstoffe erhöhen die Empfindlichkeit der Haut gegen die schädlichen und potentiell krebserzeugenden UV-Strahlen der Sonne.

Die Wissenschaftler überprüften Gesundheitsdaten von fast 303.000 Erwachsenen in Ontario über 65 Jahren, denen Medikamente gegen Bluthochdruck verschrieben wurden. Sie verglichen dann die Häufigkeit von Hautkrebs mit der von mehr als 605.000 Erwachsenen, die keine blutdrucksenkenden Medikamente einnahmen.

Blutdrucksenker könnten das Hautkrebs-Risiko erhöhen

Die Ergebnisse zeigten, dass eine bestimmte Art von Blutdrucksenkern - Thiaziddiuretika - mit höheren Raten von Hautkrebs wie Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom, fortgeschrittenes Keratinozytenkarzinom und Melanom assoziiert waren.

Vier weitere Blutdruckmedikamente - Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer, Betablocker, Angiotensin-II-Rezeptorblocker und Kalziumkanalblocker - zeigten keinen Zusammenhang mit dem Hautkrebsrisiko, heißt es weiter in der im Fachmagazin CMAJ veröffentlichten Studie.

 

Einnahme über zehn Jahre erhöht Risiko um 40 Prozent

Die Einnahme der Medikamente über einen längeren Zeitraum war mit einer noch höheren Rate an Hautkrebs verbunden. "Wenn Sie diese Medikamente nur ein paar Jahre lang einnehmen, hat dies keinen großen Einfluss auf Ihr Krebsrisiko. Aber jemand, der seit zehn Jahren 25 Milligramm Hydrochlorothiazid pro Tag einnimmt, hat laut unserer Studie ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko für Keratinozytenkarzinome", sagt Studienautor Dr. Aaron Drucker, Dermatologe an der Alpert Medical School der Brown University in Providence. Wer 20 Jahre lang dieselbe Dosis erhielt, hat ein um 75 Prozent erhöhtes Risiko im Vergleich zu jemandem, der kein Hydrochlorothiazid einnahm.

Betroffene müssen noch mehr auf Sonnenschutz achten

Der Befund solle Thiaziddiuretika bei Patienten nicht ausschließen, betont Drucker. Betroffene mit sehr heller Haut, Hautkrebs in der Vergangenheit oder Hautschäden durch Sonnenbrände müssten aber noch weitaus stärker auf Sonnenschutz achten: Sonnencreme, UV-Kleidung, Sonnenhut, mittags den Schatten aufsuchen.

Foto: Adobe Stock/Geza Farkas

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bluthochdruck , Hautkrebs , Sonnenschutz
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hautkrebs

Nach den düsteren, kalten Wintermonaten lässt einem sonniges Frühlingswetter das Herz hüpfen. Doch Vorsicht: Die Haut braucht Zeit, um sich wieder an die Sonne zu gewöhnen – und Frühlingssonne ist stärker, als man denkt. „Mini-Ozonlöcher“ können schon jetzt zu hohen UV-Strahlungswerten führen, die eigentlich für den Sommer typisch sind.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Zivilgesellschaftliche Organisationen haben mit ihrem Engagement unter Krisenbedingungen maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland vergleichsweise gut durch die Corona-Zeit gekommen ist. Aber die Krise hat auch Spuren hinterlassen. Was muss sich tun, damit diese tragende Säule der Demokratie auch nach der Pandemie stark bleibt? Das diskutierten Experten und Politiker auf einer Fachtagung von Gesundheitsstadt Berlin und Paritätischem Wohlfahrtsverband.


 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin