. Neues Exzellenzcenter der Charité

Bessere Überlebenschancen bei Herzstillstand angestrebt

Patienten, die nach einem plötzlichen Herzstillstand reanimiert werden mussten, sollen im neuen Exzellenzcenter für Herzstillstand der Berliner Universitätsklinik Charité schnell eine spezialisierte Therapie erhalten. Das Zentrum ist nach Angaben der Charité das erste seiner Art in Deutschland.
Die Charité bietet ein neues Zentrum zur Behandlung nach Herzstillstand

Überleben nach Reanimation - Exzellenzcenter soll Chancen verbessern

Die Behandlung von Patienten nach einem Herzstillstand ist problematisch. Bei mehr als 75.000 Menschen in Deutschland müssen nach Charité-Angaben jedes Jahr Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden. Jedoch überleben nur 5000 von ihnen den Herz-Kreislauf-Stillstand. Ziel ist des neuen Exzellenzcenters ist es deshalb, durch standardisierte Verfahren und eine Behandlung in spezialisierten Krankenhäusern, sogenannten Cardiac-Arrest-Centern, die Zahl der Überlebenden mit guter neurologischer Prognose deutlich zu erhöhen. Das Center bildet gemeinsam mit anderen Fachbereichen der Charité ein großes Netzwerk zur Versorgung von Patienten nach einer Reanimation.

Bessere Überlebenschancen: Kardiologen und Neurologen kooperieren

Der Ärztliche Direktor der Charité Professor Ulrich Frei betrachtet das neue Center als ein sehr gutes Beispiel für gelebte interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den intensivmedizinischen Experten und Spezialisten der Kardiologie und der Neurologie. „Dies führt insgesamt zu einer verbesserten Patientenversorgung und zu sehr viel besseren Behandlungsergebnissen«, so Frei. Der Leiter des Zentrums, Privatdozent Dr. Christian Storm, ergänzt: „In einem für reanimierte Patienten spezialisierten Zentrum werden alle Teilschritte der Wiederbelebung und der darauf folgenden Behandlung aufeinander abgestimmt, standardisiert und optimiert.“

Die Patientenbehandlung am Exzellenzcenter umfasst neben der zügigen Ursachensuche vor allem das rasche und kontrollierte Absenken der Körpertemperatur, das neurologische Schäden vermeiden soll. Ohne diese Kühlung setzten im Körper bereits kurze Zeit nach einem Herzstillstand physiologische Prozesse ein, die eine Verstärkung der Hirnschädigung zur Folge haben können. Die Kühlung kann diese Stoffwechselprozesse verlangsamen oder sogar stoppen.

Nach einem Herzstillstand: Standardisierung bei Körperkühlung gefordert

Dass sich das Absenken der Köpertemperatur nach einem Herzstillstand positiv auf den Patienten auswirkt, ist bereits länger bekannt. Allerdings wendet jedes Krankenhaus ein anderes Kühlverfahren an. Das Spektrum der Methoden, die derzeit angewandt werden, reicht von der Kühlung der Körperoberfläche durch externe Kühlelemente oder Eisbeutel bis hin zu einer exakt kontrollierbaren Kühlung mittels Computer-Feedback System.

Das Exzellenzcenter strebt hier Vereinheitlichung an. Ein weiteres Anliegen ist die Ausbildung von Ärzten und Pflegepersonal für die Behandlung von Patienten nach Herzstillstand. „Nur regelmäßiges Training von klinischen Abläufen sowie ein gezieltes Fehlermanagement können langfristig die Qualität der Reanimation und Weiterbehandlung verbessern“, zeigt sich Zentrumsleiter Storm überzeugt.

Foto: Schlegelfotos - Fotolia.com

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