Berliner Impfmobil für Flüchtlinge nimmt Fahrt auf

In Berlin können Flüchtlinge neuerdings in einem Bus geimpft werden. Der „medibus" wird von Charité und Deutscher Bahn betrieben und soll Impflücken schließen. Angefahren werden Notunterkünfte.
Berliner medimobil soll Impflücken bei Flüchtlingen schließen: Charité-Arzt Ibrahim Al Shaar ckeckt vor der Impfung noch den Gesundheitszustand

Berliner medimobil soll Impflücken bei Flüchtlingen schließen: Charité-Arzt Ibrahim Al Shaar ckeckt vor der Impfung noch den Gesundheitszustand

Um Impflücken bei Flüchtlingen zu schließen, ist seit Donnerstag der „medibus“ in Berlin unterwegs. Mit Charité-Ärzten an Bord, steuert der zwölf Meter lange umgebaute Linienbus Notunterkünfte im ganzen Stadtgebiet an. Im Bus werden Flüchtlinge zunächst untersucht und dann geimpft. Dafür stehen den Ärzten zwei voll ausgestattete Behandlungsbereiche zur Verfügung. Falls vorhanden, werden auch die Impfpässe überprüft. „Mit dem Impfmobil erreichen wir beispielsweise auch Kinder nach der Schule“, sagte Prof. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité, anlässlich der Einweihung am Donnerstag.

Dolmetscher per Video zugeschaltet

Sprachbarrieren werden durch einen Dolmetscherdienst überwunden, der per Videotechnik zugeschaltet wird. „Die LIVE-Videoübersetzung funktioniert per Knopfdruck und ermöglicht die Verständigung in allen relevanten Sprachen. Das hilft enorm und verbessert den Austausch zwischen Arzt und Patient“, erklärte Frei. 

Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja hofft, mit dem Impfmobil bald die Impflücken bei Flüchtlingen schließen zu können. „Mit dieser ergänzenden und sehr effektiven Maßnahme erreichen wir direkt und unkompliziert viele Menschen mit unserem Impfangebot und der Impfberatung“, sagte er.

Die Charité hat das mobile Versorgungskonzept gemeinsam mit dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten entwickelt und es mit den Kooperationspartnern Deutsche Bahn, Cisco und SAVD Videodolmetschen GmbH (Wien) nun umgesetzt.

Mobil Impflücken schließen

Der Idee basiert auf einer Entwicklung der Deutschen Bahn, die das mobile Konzept vor allem für die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum einsetzen will. „Als Deutsche Bahn freuen wir uns, dass der neue medibus nun auch in der Flüchtlingsversorgung eingesetzt wird. Auf diese Weise sammeln wir gemeinsam mit der Charité praktische Erfahrungen mit der mobilen Impfpraxis“, sagte Dr. Christian Gravert, Leitender Arzt der Deutschen Bahn. 

Sandra Scheeres, Aufsichtsratsvorsitzende der Charité und Wissenschaftssenatorin lobte am Donnerstag noch einmal das Engagement der Charité in der Flüchtlingsversorgung: „Die Entwicklung und der Einsatz des mobilen Impfdienstes sind ein weiterer Beweis für die wesentliche Rolle der Charité als sozialer Akteur unserer Stadt.“

Quelle: Charité / Foto: Peitz

Autor: red
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Impfen , Flüchtlinge

Weitere Nachrichten zum Thema Flüchtlinge

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Immer mehr Menschen und Waren reisen um die Welt – und mit ihnen Krankheitserreger. Auch in Industrieländern sind scheinbar überwundene Infektionskrankheiten wieder auf dem Vormarsch. Ein Netzwerk deutscher Wissenschaftler warnt vor einer „post-antibiotischen Ära“, in der harmlose Krankheiten tödlich enden können, weil Antibiotika nicht mehr wirken, und fordert eine Intervention der Politik.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KZV Berlin, großer Sitzungssaal, Georg-Wilhelm-Straße 16, 10711 Berlin
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.