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04.11.2016

Berliner Impfmobil für Flüchtlinge nimmt Fahrt auf

In Berlin können Flüchtlinge neuerdings in einem Bus geimpft werden. Der „medibus" wird von Charité und Deutscher Bahn betrieben und soll Impflücken schließen. Angefahren werden Notunterkünfte.
Berliner medimobil soll Impflücken bei Flüchtlingen schließen: Charité-Arzt Ibrahim Al Shaar ckeckt vor der Impfung noch den Gesundheitszustand

Berliner medimobil soll Impflücken bei Flüchtlingen schließen: Charité-Arzt Ibrahim Al Shaar ckeckt vor der Impfung noch den Gesundheitszustand

Um Impflücken bei Flüchtlingen zu schließen, ist seit Donnerstag der „medibus“ in Berlin unterwegs. Mit Charité-Ärzten an Bord, steuert der zwölf Meter lange umgebaute Linienbus Notunterkünfte im ganzen Stadtgebiet an. Im Bus werden Flüchtlinge zunächst untersucht und dann geimpft. Dafür stehen den Ärzten zwei voll ausgestattete Behandlungsbereiche zur Verfügung. Falls vorhanden, werden auch die Impfpässe überprüft. „Mit dem Impfmobil erreichen wir beispielsweise auch Kinder nach der Schule“, sagte Prof. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité, anlässlich der Einweihung am Donnerstag.

Dolmetscher per Video zugeschaltet

Sprachbarrieren werden durch einen Dolmetscherdienst überwunden, der per Videotechnik zugeschaltet wird. „Die LIVE-Videoübersetzung funktioniert per Knopfdruck und ermöglicht die Verständigung in allen relevanten Sprachen. Das hilft enorm und verbessert den Austausch zwischen Arzt und Patient“, erklärte Frei. 

Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja hofft, mit dem Impfmobil bald die Impflücken bei Flüchtlingen schließen zu können. „Mit dieser ergänzenden und sehr effektiven Maßnahme erreichen wir direkt und unkompliziert viele Menschen mit unserem Impfangebot und der Impfberatung“, sagte er.

Die Charité hat das mobile Versorgungskonzept gemeinsam mit dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten entwickelt und es mit den Kooperationspartnern Deutsche Bahn, Cisco und SAVD Videodolmetschen GmbH (Wien) nun umgesetzt.

 

Mobil Impflücken schließen

Der Idee basiert auf einer Entwicklung der Deutschen Bahn, die das mobile Konzept vor allem für die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum einsetzen will. „Als Deutsche Bahn freuen wir uns, dass der neue medibus nun auch in der Flüchtlingsversorgung eingesetzt wird. Auf diese Weise sammeln wir gemeinsam mit der Charité praktische Erfahrungen mit der mobilen Impfpraxis“, sagte Dr. Christian Gravert, Leitender Arzt der Deutschen Bahn. 

Sandra Scheeres, Aufsichtsratsvorsitzende der Charité und Wissenschaftssenatorin lobte am Donnerstag noch einmal das Engagement der Charité in der Flüchtlingsversorgung: „Die Entwicklung und der Einsatz des mobilen Impfdienstes sind ein weiterer Beweis für die wesentliche Rolle der Charité als sozialer Akteur unserer Stadt.“

Quelle: Charité / Foto: Peitz

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