Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Berliner Gesundheitssenatorin sagt Krankenhausinfektionen den Kampf an

Berliner Krankenhäuser, die besondere Anstrengungen gegen Krankenhausinfektionen unternehmen, können nun mit dem MRE-Siegel ausgezeichnet werden. Gesundheitssenatorin Dilek Kolat kündigt einen Aktionsplan an.
MRE-Siegel gegen Krankenhausinfektionen verliehen

Verleihung des ersten Berliner MRE-Siegels gegen Krankenhausinfektionen

Das erste Berliner MRE-Siegel ist in dieser Woche an die DRK Kliniken Berlin verliehen worden. Das Siegel bestätigt den Krankenhäusern, dass die sich für diee Prävention und Bekämpfung von Multiresistenten Erregern (MRE) einsetzen. MRE werden oft als Krankenhauskeime bezeichnet, denn sie sind verantwortlich für viele Krankenhausinfektionen.

Einrichtungen, die das Berliner Siegel erhalten, müssen vor allem nachweisen, dass sie genug Hygienefachpersonal – also speziell qualifizierte Ärzte und Pflegekräfte vorhalten und regelmäßig Präventions- und Schulungsmaßnahmen vornehmen. Vergeben wird das Siegel von der einrichtungsübergreifenden Arbeitsgemeinschaft Krankenhaushygiene im MRE-Netzwerk Berlin. Darin arbeiten Hygienefachkräfte und Hygieniker aus den Kliniken, Vertreter der Gesundheitsämter der Bezirke, das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) und die Gesundheitssenatsverwaltung von Berlin mit.

Berliner Aktionsplan gegen Krankenhausinfektionen angekündigt

 „Unser Ziel ist es, uns auch über die gesetzlichen Vorschriften hinaus für ein hohes Qualitätsniveau im Bereich der Krankenhaushygiene zu engagieren“, erklärt Dr. Nicoletta Wischnewski vom Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf, die das Siegel für die AG Krankenhaushygiene an die DRK Kliniken Berlin überreicht hat. Ab dem Zeitpunkt der Antragsstellung ist es für zwei Jahre gültig. Danach muss es neu beantragt werden. Dann werden die Krankenhäuser erneut überprüft.

Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) hat bei der Verleihung des ersten MRE-Siegels einen Aktionsplan gegen Krankenhausinfektionen in Berlin in Aussicht gestellt. „Die Bekämpfung von Krankenhausinfektionen und hier vor allem von antibiotikaresistenten Keimen steht weit oben auf meiner gesundheitspolitischen Agenda“, so Kolat. „Wir brauchen bei unserem Kampf solche Verbündeten wie die DRK-Kliniken, die auf diesem Gebiet nachgewiesen exzellente Arbeit leisten“, ergänzte sie.

 

Generelles Screening auf MRSA bei DRK-Kliniken Berlin

Die DRK Kliniken Berlin haben nach eigenen Angaben als erster Klinikverbund in Berlin im September 2017 ein generelles Screening auf den weitverbreiteten Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) eingeführt. MRSA ist eines der bekanntesten Bakterien, das gegen verschiedene Antibiotika resistent ist. Alle Patienten, die in den drei Krankenhäusern der DRK Kliniken Berlin stationär aufgenommen werden, sollen per Nasen-Rachenabstrich auf den Erreger untersucht werden.

„Vielen Patientinnen und Patienten ist nicht bewusst, dass sie das MRSA-Bakterium oftmals schon tragen, bevor sie in ein Krankenhaus aufgenommen werden“, erklärt PD Dr. Johannes Elias, Leiter des Instituts für Mikrobiologie der DRK Kliniken Berlin. Durch das Screening können solche Patienten direkt bei der Aufnahme erkannt und die Übertragungswahrscheinlichkeit im Krankenhaus gesenkt werden. „Insgesamt wollen Die Wissenschaftler erhoffen sich langfristig von dem Screening auch neue Erkenntnisse über Verbreitungsmuster des MRSA-Bakteriums.

Foto: DRK Kliniken; v.l.n.r.: Chefarzt des Instituts für Hygiene Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Frank Kipp,  Oberin der DRK-Schwesternschaft Berlin e.V. Doreen Fuhr, Senatorin für Gesundheit Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat, Geschäftsführer der DRK Kliniken Berlin Dr. Christian Friese

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Berlin
 

Weitere Nachrichten zum Thema MRE-Siegel gegen Krankenhausinfektionen

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Frust-Essen, mehr Alkohol, unfreiwillige Häuslichkeit, weniger Bewegung: Die COVID-19-Pandemie hinterlässt auch bei Gesunden ihre Spuren. 43 Prozent der Verbraucher haben zugenommen – um 5,5 Kilo im Schnitt. Bei jedem Siebten sind es sogar 10 Kilo oder mehr. Das zeigt eine INSA-Umfrage des rbb für sein Sendegebiet Berlin/Brandenburg.

Der sogenannte Bauernhof-Schutz gegen Allergien ist schon länger bekannt. Mit Beta-Laktoglobulin wurde ein Kuhmilch-Protein identifiziert, dass vor allem dafür verantwortlich ist. Das gibt es nun als Lutschtablette.

 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin