Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
21.04.2016

Berliner Altersstudie: Mit der Lebenserwartung steigt auch die Zahl der gesunden Lebensjahre

Neue Ergebnisse der Berliner Altersstudie zeigen einen positiven Trend: Die geistige Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden im Alter bleiben länger erhalten. Trotz oder wegen der steigenden Lebenserwartung.
Ältere Menschen sind länger fit. Das geht aus der Berliner Altersstudie BASE II hervor

Ältere Menschen sind länger fit. Das geht aus der Berliner Altersstudie BASE II hervor

Alt werden wollen viele, aber niemand will alt sein. Diesen Spruch hört man oft, wenn übers Alter geredet wird. Denn Alter bedeutet nicht nur körperliche Gebrechen und geistiger Abbau, sondern oft auch soziale Isolation oder das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Anders als man meinen könnte, zieht sich dieser Zustand mit der steigenden Lebenserwartung aber nicht in die Länge. Vielmehr gewinnen Menschen viele gesunde Lebensjahre hinzu, das heißt geistige Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden im Alter bleiben länger erhalten. Zu diesem Schluss kommt die Berliner Altersstudie BASE II, die seit 2009 das Leben von rund 1.600 Menschen zwischen 60 und 80 Jahren untersucht. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse basieren auf einem Vergleich mit BASE I von 1990 bis 1993. Demnach hat sich in den letzten 20 Jahren eine Menge zum Positiven hin getan.

Gesundheitliche Gebrechen kommen erst zum Lebensende

„Wir gehen davon aus, dass sich die Zeit, in der ältere Menschen von gesundheitlichen Einschränkungen oder geistigen Einbußen betroffen sind, durch die verlängerte Lebenserwartung nicht einfach in die Länge zieht, sondern sich zum Ende des Lebens hin verdichtet“, sagt Denis Gerstorf, Professor für Entwicklungspsychologie am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin und Sprecher der BASE-II-Studie.

Eine Rolle dürfte dabei spielen, dass heute 75-Jährige ihr Leben weniger fremdbestimmt einschätzen als 75-Jährige vor 20 Jahren. Der Studie nach sind sozial aktive Menschen, geistig leistungsfähiger und obendrein zufriedener mit ihrem Leben. Analysen zeigen, dass die soziale Unterstützung in der Nachbarschaft, aber auch der Zugang zu Bussen und Bahnen für das Wohlbefinden und die Gesundheit wichtig sind. „Ein Grund dafür könnte sein, dass ältere Menschen hierdurch noch lange Zeit eigenständig etwas unternehmen, Bekannte besuchen oder auch selbst zum Arzt gehen können“, sagt Gert G. Wagner, Ko-Autor und Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

 

Was hält Menschen im Alter gesund?

In der Berliner Altersstudie gehen Wissenschaftler Phänomenen des Alters nach. Ein Ziel ist herauszufinden, wie ältere Menschen länger gesund und fit bleiben können. Dafür müssen die Wissenschaftler aber erst die Ursache und Wirkungen ermitteln. „Darum müssen wir die Menschen länger begleiten und uns intensiver mit ihrem Lebensalltag beschäftigen, sagt Denis Gerstorf. Dies werde eine Folgeaufgabe sein.

An der Studie sind Wissenschaftler der Charité, des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, des Max-Planck-Instituts für Molekulare Genetik sowie vom Zentrum für Medizinische Forschung der Universität Tübingen beteiligt.

Foto: © Tommaso Lizzul - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Demografischer Wandel
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alter
 

Weitere Nachrichten zum Thema Altersforschung

16.01.2019

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Darmkrebs: Die Häufigkeit dieser Krankheiten könnte durch eine ballaststoffreiche Ernährung deutlich gesenkt werden. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Meta-Studie, die jetzt im Fachmagazin „Lancet“ veröffentlicht wurde.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.

 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin