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Berliner Abwasserproben belegen raschen Anstieg von Omikron-Variante BA.2

Samstag, 12. Februar 2022 – Autor:
Die Omikron-Untervariante BA.2 scheint sich noch schneller auszubreiten als der bisherige Typ BA1. In Berlin liegt der Anteil bereits bei knapp 30 Prozent. Nach Ansicht des Virologen Klaus Stöhr bedeutet BA.2 aber keine zusätzliche Gefahr.
Der neue Omikron Typ BA.2. wird in Berlin mittlerweile in jeder dritten Probe nachgewiesen

Der neue Omikron Typ BA.2. wird in Berlin mittlerweile in jeder dritten Probe nachgewiesen – Foto: © Adobe Stock/ Kim

Derzeit dominiert in Deutschland die Omikron-Variante BA.1. Zunehmend wird jedoch die Schwester-Variante Omikron BA.2 nachgewiesen. In Dänemark ist dieser Omikron-Untertyp auf dem Weg zur dominierenden Coronavirus-Variante. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist offenbar noch schneller. Nach bisherigem Kenntnistand sollen die Infektionen mit der enuen Omikron-Variante aber nicht schwerer verlaufen. Auch hinsichtlich des Impfschutzes gibt es wohl keinen Unterschied.

Offenbar keine höhere Krankheitslast

Die bisherigen Studien aus Dänemark und England würden nahelegen, das sich BA.2 schneller ausbreite, aber keine höhere Krankheitsrate verursache, sagte der Virologe Klaus Stöhr am Freitag der rbb-Abendschau. Das sei eigentlich sogar eine positive Entwicklung, denn umso schneller seien alle Menschen immun.

„Letztendlich wird sich jeder mit einem Coronavirus anstecken“, betonte der ehemalige Leiter des Globalen Influenza-Programms und SARS-Forschungskoordinator der WHO.  „Wann das jetzt passiert, heute oder in der nächsten Woche oder in einem Monat, spielt bei der Krankheitslast gar keine Rolle mehr, nur bei der Wellenspitze und wie lange jetzt diese Omikron-Welle dauert."

Momentan gingen die Krankenhausgesellschaften davon aus, dass keine Überlastung des Gesundheitssystems auftrete. Man werde auch mit dem neuen Subtyp gut umgehen können, sagte Stöhr.

 

Berlin verzeichnet BA.2 Anteil von knapp 30 Prozent

Nach rbb-Informationen belegen Proben aus dem Berliner Abwasser, dass sich die Sub-Variante BA.2 zunehmend in der Hauptstadt ausbreitet. Anfang Januar spielte BA.2 offenbar noch keine Rolle, am 13. Januar machte sie dann einen Anteil von 6 Prozent aus und am 19. Januar bereits einen Anteil von 12 Prozent. Die Abwasseranalysen führen Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Kooperation mit den Berliner Wasserbetrieben durch. Abwasseranalysen sind kostengünstiger und schneller als die Sequenzierung von PCR-Abstrichen aus dem Nasen-Rachen-Raum.

Der Trend zur Ausbreitung von Omikron BA.2. spiegelt sich auch in den Labormeldungen wider. Die Berliner Gesundheitsverwaltung teilte auf rbb-Anfrage mit, der Anteil von BA.2. sei zwischen der ersten und der fünften Kalenderwoche von 1,6 Prozent auf 29,2 Prozent gestiegen.

Bundesweit soll der Anteil von BA.2. laut RKI Wochenbericht bei 8,1 Prozent liegen.

Hauptkategorien: Berlin , Corona
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