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Berlin impft Kinder auch an Schulen

Dienstag, 14. Dezember 2021 – Autor:
Ab Mittwoch werden in Berlin die fünf- bis elfjährigen gegen das Coronavirus geimpft. Neben Kinderärzten und Impfzentren werden die Impfungen an zwölf ausgewählten Schulen durchgeführt. Unnötig, findet der Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske.
Berliner Kinderarzt Jakob Maske hält Corona-Impfungen an Schulen für Verschwendung von Ressourcen

Berliner Kinderarzt Jakob Maske hält Corona-Impfungen an Schulen für Verschwendung von Ressourcen – Foto: © Adobe Stock/ kerkezz

Der Corona-Impfstoff von Biontech für fünf- bis elfjährige Kinder ist da. Berlin beginnt am Mittwoch mit den Impfungen. Nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung sollen die Kinder bei den Kinderärzten und in Impfzentren geimpft werden. In den Corona-Impfzentren Messe Berlin und Tegel stünden gesonderte Kinderimpfkabinen zur Verfügung. Im neuen Corona-Impfzentrum ICC, das am 15. Dezember  eröffnen wird, werde diese Altersgruppe ebenfalls in gesonderten Impfkabinen geimpft. Die Impfungen werden ganztägig angeboten.

Impfungen an Berliner Schulen in der Kritik

Außerdem wird es ab Mittwoch ein Impfangebot an zwölf ausgewählten Schulen geben. In jedem Bezirk eine. Dort können auch Schüler anderer Schulen geimpft werden, und zwar vom 15. bis einschließlich 19. Dezember. Die Zweitimpfungen werden laut Senatsverwaltung drei Wochen später an den gleichen Standorten erfolgen.

Der Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske, kritisierte die Impfungen an Schulen. Es sei unnötig, eine solche Notfallmaßnahme heraufzubeschwören, sagte der Berliner Kinderarzt am Montag im Inforadio vom rbb.  „Es ist auch eine Verschwendung von Ressourcen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, die wir nicht verstehen können, und insofern würden wir diese Maßnahme tatsächlich auch nicht befürworten und unterstützen.“ Laut Maske reichen die Kapazitäten der Kinder- und Jugendärzte sowie der Impfzentren aus. Auch die Hausärzte würden sicher mithelfen, sagte er.

 

Es geht um besonders gefährdete Kinder

Maske betonte, dabei gehe es vor allem um chronisch kranke Kinder. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung von fünf- bis elfjährigen seit vergangener Woche lediglich Kindern mit Vorerkrankungen und solchen, die vulnerable Familienmitglieder gefährden könnten. Alle anderen können dies aus eigener Entscheidung und nach ausreichender Aufklärung tun.

Kinderarzt rät, auf die STIKO zu warten

Über die Impfung gesunder Kinder will die STIKO erst entscheiden, wenn ausreichend Daten zur Sicherheit aus den USA und Israel vorliegen. Kinderarzt Maske riet Eltern gesunder Kinder, die Empfehlung der Ständigen Impfkommission abzuwarten. Es lägen noch nicht alle Daten vor. Die Anfangsdaten "sehen schon recht gut aus", so dass wenig Risiko zu erwarten sei, so Maske. "Aber wir wollen nicht sozusagen spekulieren, sondern wir wollen es wissen und dann den Eltern tatsächlich auch entgegentreten und sagen: 'Das ist eine sichere Impfung auch für eure Kinder'."

Hauptkategorien: Berlin , Corona , Gesundheitspolitik , Medizin
 

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