. Asyl

Berlin führt elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge ein

Ab Januar sollen in Berlin neu registrierte Flüchtlinge die elektronische Gesundheitskarte bekommen. Ein entsprechender Vertrag wurde heute vom Land Berlin und vier Krankenkassen unterzeichnet.
Das Land Berlin ist das vierte Bundesland, das die elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge einführt

Das Land Berlin ist das vierte Bundesland, das die elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge einführt

Jetzt ist es amtlich: Berlin führt zum Jahreswechsel die elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge ein. Dazu unterzeichnete Gesundheitssenator Mario Cazaja am Vormittag einen Vertrag mit den Krankenkassen AOK Nordost, DAK-Gesundheit, BKK·VBU und der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK). Die Kosten für die Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge tragen allerdings nicht die vier Krankenkassen, wie man vermuten könnte, sondern das Land Berlin und damit der Steuerzahler.

Das Land Berlin zahlt

Laut Czaja erhalten ab dem 4. Januar zunächst alle Flüchtlinge die elektronische Gesundheitskarte, die sich in der Erstregistrierungsstelle in der Bundesallee registrieren lassen. Sukzessive sollen dann alle leistungsberechtigten Asylbewerber die Karten bekommen. „Mit der Einführung der Gesundheitskarte wird abgesichert, dass die Leistungsberechtigten eine professionelle und effiziente Gesundheitsversorgung erhalten“, teilte Czaja im Rahmen der Vertragsunterzeichnung mit. Gleichzeitig werde Bürokratie in den Leistungsbehörden abgebaut, meinte er.

Bisher müssen Flüchtlinge – sofern sie registriert sind –  einmal pro Quartal in der für sie zuständigen Behörde einen Behandlungsschein aushändigen lassen. Dieses Papier ermöglicht ihnen dann den Gang zum Arzt. Bei rund 500 neuankommenden Flüchtlingen pro Tag kann man sich leicht ausrechnen, wieviel bürokratische Amtshandlungen in Zukunft eingespart werden.

 

Arztbesuch ohne Hürden

Berlin ist nach den Stadtstaaten Bremen und Hamburg und dem Flächenbundesland Nordrhein-Westfalen das vierte Bundesland, das elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge einführt. Befürworter sehen darin einen wichtigen Schritt für eine bessere medizinische Versorgung der Asylsuchenden. Kritiker halten dagegen, die Karte könne ähnlich wie andere Leistungen ein Anreiz sein, nach Deutschland zu kommen. Sicher ist, dass mit der elektronischen Gesundheitskarte Flüchtlingen der gesamte Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung offen steht.

Unregistrierte Flüchtlinge werden derweil in ihre Notunterkünften medizinisch versorgt, meist von ehrenamtlichen Helfern. 

Foto: AOK Mediendienst

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Flüchtlinge , Gesundheitskarte
 

Weitere Nachrichten zum Thema Flüchtlinge

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Auch wenn eine Impfung mit „Nicht-Lebendimpfstoffen“ in der Stillzeit nach dem Stand der Dinge weder für die Mutter noch für den Säugling ein besonderes Risiko darstellt: Eine Routineimpfung aller Stillenden wird von den Fachgesellschaften nicht empfohlen. Anders verhält es sich bei Müttern, die wegen bestimmter Grunderkrankungen zu einer Risikogruppe zählen.
 
 
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.