. Charité und Deutsches Herzzentrum Berlin vereinigen Herzmedizin

Berlin erhält ein universitäres Herzzentrum

Nach einiger Hängepartie ist es nun amtlich: Die Berliner Uniklinik Charité und das Deutsche Herzzentrum Berlin vereinen ihre Herzmedizin und gründen ein gemeinsames Universitäres Herzzentrum Berlin (UHZB).
universitäres Herzzentrum von Charité und Deutschem Herzzentrum auf dem Campus Virchow Klinikum geplant

Ein neues universitäres Herzzentrum soll auf dem Gelände des Charité Virchow Klinikums entstehen.

Die Charité und das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) vereinen ihre Einrichtungen zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Universitäre Herzzentrum Berlin (UHZB) soll in einem Neubau auf dem Charité Campus Virchow-Klinikum in Berlin-Wedding aufgebaut werden, wo auch das DHZB sitzt. Innerhalb der Charité sollen aber alle Standorte an dem Zentrum beteiligt sein. Geplant ist, dass das neue Zentrum 500 Betten erhält. Die Herzmedizin der Charité und die Herzchirurgie des DHZB umfassen derzeit gemeinsam 400 Betten an allen Standorten.

Ein Neubau für die Herzmedizin in Berlin-Wedding

Der Neubau ist in zwei Bauabschnitte unterteilt. Der erste Bauabschnitt umfasst den aktuellen Plänen zufolge ein Gebäude mit fünf Operationssälen und fünf Herzkatheterlaboren, in dem die gesamten kardiologischen Stationen des Charité Campus Virchow Klinikum und ein kleinerer Teil der Herzchirurgie untergebracht werden sollen. Es soll außerdem die zentrale Notaufnahme der Charité im Wedding beherbergen. Geplant ist dafür ein Kostenrahmen von 110 Millionen Euro. Davon kommen 90 Millionen Euro vom Land und 20 Millionen vom Herzzentrum.

Im zweiten Bauabschnitt sollen anschließend die Herzchirurgie, die Kinderkardiologie und die Kinderherzchirurgie sowie Räume für die herzmedizinische Forschung und Lehre unterkommen. Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme beider Abschnitte wird das UHZB an seinen drei Standorten mehr als 1.800 Mitarbeiter an seinen drei Standorten beschäftigen.

Das Land Berlin und die Charité versprechen sich von dem Vorhaben, dass die internationale Spitzenstellung Berlins in der Herz-Kreislaufmedizin im Bereich der Forschung, Krankenversorgung und Lehre weiter ausgebaut und langfristig gesichert werden kann. „Damit sind wir in der Lage, Innovationstreiber europäischer Herz-Kreislaufforschung zu sein“, meint der Charité-Vorstandsvorsitzende Professor Karl Max Einhäupl.

Schwierige Geburt für Universitäres Herzzentrum Berlin

Es bedurfte jedoch erst der Moderation von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD), um eine Vereinigungslösung zu finden, mit der beide Institutionen zufrieden sind. Kurz vor Weihnachten galt das Projekt schon als gescheitert. Nun melden alle Beteiligten, dass ein tragfähiges und zukunftsorientiertes Konzept finalisiert werden konnte. Auch externer Sachverstand war einbezogen.

Der Zweck der Stiftung DHZB bleibt dabei gewahrt, versichert DHZB-Stiftungsratspräsident Dr. Reinhard Uppenkamp. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), der als Senator für Wissenschaft und Forschung auch fachlich für das Projekt zuständig ist, betont: „Es ist unser gemeinsames Ziel, die bestmögliche medizinische Versorgung für die Menschen in unserer Stadt zu sichern.“

Professor Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin und Direktor der Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie der Charité, zeigt sich von dem neuen Konstrukt überzeugt: „Nur in fachübergreifenden und überregionalen Herzzentren können hochspezialisierte Teams eingesetzt werden, die dank hoher Fallzahlen auch über eine entsprechende Routine und damit Behandlungssicherheit verfügen. Das UHZB ist deshalb ein wichtiger Schritt in die tragfähige Zukunft einer modernen Herzmedizin auf konstant höchstem Niveau.“

Foto: Charité Universitätsmedizin Berlin

Hauptkategorie: Berlin

Weitere Nachrichten zum Thema Herzzentrum Berlin

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.