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Berlin-Brandenburg besonders von Zeckenkrankheit „Hundemalaria“ betroffen

Samstag, 5. Februar 2022 – Autor:
Immer mehr exotische Zeckenarten breiten sich in Deutschland aus. Zwei davon können die sogenannte Babesiose übertragen, auch Hundemalaria genannt. Berlin-Brandenburg und Norddeutschland gehören zu den besonders betroffenen Gebieten.
Zecken übertragen gefährliche Krankheitserreger – seit einiger Zeit auch die Hundemalaria

Zecken übertragen gefährliche Krankheitserreger – seit einiger Zeit auch die Hundemalaria – Foto: ©Bundesverband für Tiergesundheit /BfT/Klostermann

Zecken können furchtbare Krankheiten übertragen: Die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Für Hunde kommt ein neues Problem hinzu. Begünstigt durch den Klimawandel werden auch "exotische" Zeckenarten zunehmend in Deutschland heimisch. Und die bringen neue Krankheitserreger mit. So können die Wiesenzecke und die Braune Hundezecke die sogenannte Babesiose übertragen. Die Infektionskrankheit wird auch Hundemalaria genannt. Die durch Zecken übertragenen Parasiten zerstören die roten Blutkörperchen und führen zur Blutarmut. Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich enden.

Babesiose längst keine Reisekrankheit mehr

Hundebabesien wurden früher nur aus anderen Ländern eingeschleppt, vornehmlich aus dem südlichen und südöstlichen Europa. Inzwischen tritt die Babesiose jedoch auch bei Tieren auf, die nie im Ausland waren, warnt der Bundesverband für Tiergesundheit. Besonders viele Fälle von Hundemalaria wurden demnach in Berlin-Brandenburg und Norddeutschland nachgewiesen. Aber auch der Südwesten Deutschlands sei ein gefährdetes Gebiet.

Der Verband rät darum, Vorsorge zu treffen. Das heißt, Zeckenschutzmittel verwenden und regelmäßig das Fell des Hundes oder der Katze absuchen. Haben sich Zecken schon festgesaugt, sollten sie möglichst schnell sachgerecht mit einer Zeckenzange entfernt werden.

 

Hunde kann man gegen Borreliose impfen lassen

Mit diesen Propylaxemaßnahmen lässt sich am besten verhindern, dass das Tier erkrankt. Und: Anders als für den Menschen gibt es für Hunde eine Borreliose-Impfung. Damit können Hundebesitzer ihren Vierbeiner vor einer sehr gefährlichen Krankheit schützen. Borrelia-Bakterien werden vom „Gemeinen Holzbock“ übertragen. Es ist die gängigste Zeckenart in unseren Breitengraden.

Zecken sind laut dem Bundesverband für Tiergesundheit insgesamt auf dem Vormarsch. Eine Umfrage hat ergeben, dass jeder dritte Hundebesitzer in Deutschland den Eindruck hat, dass sein Hund im Jahr 2020 häufiger von Zecken gestochen wurde als in den Jahren zuvor. Neun Prozent meinen sogar, dass ihr Hund viel häufiger von Zeckenstichen betroffen war.

Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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