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Berlin bekommt neue Professur für Immun-Onkologie

Am Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) und der Charité ist eine neue Professur für Immun-Onkologie eingerichtet worden. Die Berliner Krebsforscherin Il-Kang Na hat die Johanna Quandt Professur am 1. Dezember übernommen.
Johanna Quandt Professorin Il-Kang Na: Wollen mit gezielter Überwachung die Tumorbehandlung verbessern

Johanna Quandt Professorin Il-Kang Na: Wollen mit gezielter Überwachung die Tumorbehandlung verbessern

Immunsystem und Krebs sind eng miteinander verquickt. Einerseits sind Immunzellen wichtige Helfer im Kampf gegen den Krebs, andererseits können sie durch Krebstherapien massiv geschädigt werden. Eine, die seit Jahren auf dem Gebiet der Immun-Onkologie forscht, ist Il-Kang Na. In ihrer Geburtsstadt Berlin hat sie nun eine Johanna Quandt Professur angenommen. Seit 1. Dezember erforscht und lehrt die 40-jährige „Therapie-induzierte Re-Modellierung in der Immuno-Onkologie“ am Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) und der Charité.

Das Ziel sind präzisere Therapien

Ihr Ziel: Herausfinden welche Auswirkungen die Krebstherapie auf Krebs- als auch Immunzellen hat, um die Therapie dann besser maßzuschneidern. Die Erforschung der Interaktionen zwischen dem Tumor, dem Immunsystem und der Behandlung stehen dabei im Mittelpunkt.

Normalerweise werde die Therapie eines Patienten zunächst anhand von Tumor- und Patientenmerkmalen festgelegt, sagt Na. Erst wenn die Therapie versage, werde über einen Therapiewechsel nachgedacht. „Bis dahin ist einige Zeit vergangenen. Deswegen müssen wir noch viel mehr darauf achten, wie sich der Tumor, seine Umgebung und das Immunsystem durch die Behandlung verändern. Nur so können wir frühzeitig erkennen, dass Patientinnen und Patienten auf ihre Therapie nicht mehr ansprechen.“ Die Veränderungen seien dynamisch und beeinträchtigten die Wirksamkeit von Medikamenten sowie die Immunabwehr.

 

Dynamische Veränderungen überwachen

Darum will die Krebsforscherin Krebspatienten künftig engmaschig überwachen. Krankheits- und Immunparameter sollen unter anderem mit Hilfe bioanalytischer Hochdurchsatzverfahren ermittelt werden. Erste Probanden werden Patienten mit großzelligem B-Zell-Lymphom sein, eine Krebserkrankung deren Ursprungszelle eine Immunzelle ist. „Wir wollen zu verschiedenen Zeitpunkten während der Therapie molekulare und genetische Veränderungen erfassen und kontrollieren. So kann die Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten individuell angepasst und entscheidend verbessert werden“, meint die Johann Quandt Professorin.

Il-Kang Na ist nach Petra Ritter und Ute Scholl die dritte Medizinerin, die im Rahmen von drei neu geschaffenen BIH Johanna Quandt Professuren zu Fragen der translationalen Forschung arbeitet. Mit den BIH Johanna Quandt Professuren unterstützt die Stiftung Charité die Einrichtung der W2-Professuren am BIH gezielt für Frauen.

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
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