. Barmer-Umfrage

Bereitschaft zur Organspende auf Tiefpunkt

Die Bereitschaft zur Organspende in der deutschen Bevölkerung hat einen Tiefpunkt erreicht. Laut einer aktuellen Barmer-Umfrage ist innerhalb eines Jahres die Bereitschaft zur Organspende von 66 auf 52 Prozent gesunken.
Barmer-Umfrage

Immer weniger Menschen zu einer Organspende bereit

Die Organspende ist in aller Munde. In einer aktuellen Umfrage der Krankenkasse Barmer GEK geben zwar neun von zehn Befragten an, in letzter Zeit etwas zu dem Thema gehört zu haben. Allerdings nahmen über 50 Prozent der Befragten das Thema Organspende im Zusammenhang mit den jüngsten Organspendeskandalen wahr. Organspendeskandale gab es in Göttingen, Regensburg, München und Leipzig.

Unterdessen sinkt laut Barmer GEK die Bereitschaft zur Organspende weiter: Während im Dezember 2011 noch 66 Prozent der Befragten ihre Bereitschaft zur Organspende signalisierten, waren im Januar 2013 nur noch 52 Prozent zu einer Organspende bereit ("bestimmt" oder "wahrscheinlich").

Organspende: Aufmerksamkeit steigt, Bereitschaft sinkt

Das Dilemma: Die Aufmerksamkeit rund um die Organspende steigt, aber die Bereitschaft sinkt. Dazu sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Christoph Straub: "Wenn wir diesen Trend umkehren wollen, müssen wir die erhöhte Sensibilität jetzt nutzen, um verloren gegangenes Vertrauen wieder zu gewinnen." Das funktioniere über gezielte Patientenaufklärung. Dazu sind die Kassen nach der Anfang des Jahres in Kraft getretenen Reform des Transplantationsgesetzes verpflichtet. Barmer-Versicherte etwa sollen laut Straub im Frühjahr weitere Informationen über Organspenden und Spendenausweise erhalten.

Zudem forderte der Kassenchef eine echte Strukturreform des deutschen Transplantationssystems. Es gebe Hinweise darauf, dass eine Konzentration der Transplantationszentren sinnvoll wäre. Der Kassenchef  ließ durchblicken, dass er statt der aktuell 44 Transplantationszentren 20 für ausreichend hält. Mitte letzten Jahres hatte die Barmer bereits darauf hingewiesen, dass in deutschen Transplantationszentren regelmäßig festgelegte Mengenstandards unterschritten werden.

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