. Kindergesundheit

Beim Spielen im Freien lauert Gefahr durch Giftpflanzen

Von Adonisröschen bis Zaunrübe – rund 600 giftige Pflanzen wachsen in unseren Breiten. Das kann Kindern beim Spielen in freier Natur leicht zum Verhängnis werden. Sie vergiften sich viermal häufiger als Erwachsene an Giftpflanzen. Auch in Gärten und Parks ist Vorsicht angeraten.
Gefahr durch Giftpflanzen - beim Spielen im Freien nicht vermeidbar.

Der blaue Eisenhut zählt zu den giftigsten Pflanzen in Europa.

Fast überall können Kinder mit giftigen Pflanzen in Berührung kommen. Vorsorgende Eltern verzichten daher im eigenen Garten auf Giftpflanzen, wie etwa den gelbblühenden, aber hochgiftigen Goldregen. Sie stellen das Alpenveilchen zuhause an einen sicheren Platz, damit kleine Kinder es nicht erreichen können. Im Balkonkasten wachsen besser keine Becherprimeln mit ihren reizenden Härchen an den Stielen, wenn Kinder im Haus sind.

Doch beim Spielen draußen müssen Eltern das Risiko in Kauf nehmen, dass ihre Kinder mit Giftpflanzen in Kontakt kommen. Ob Besenginster, Maiglöckchen, Oleander oder Rizinus – was viele Parkanlagen jetzt im späten Frühling mit Blüten schmückt, kann für Kinder gefährlich werden.

Der Giftnotruf weiß Rat und Hilfe

Meist jedoch passiert nichts Dramatisches, wenn Kinder in Kontakt mit giftigen Pflanzenteilen kommen. Hautreizungen sind zwar unangenehm, müssen aber nicht gefährlich werden. Und die meisten giftigen Blätter und Beeren schmecken nicht so gut, dass Kinder freiwillig so viel davon essen würden, dass die Menge lebensgefährlich wird. Dennoch sollten auch leichte Vergiftungen nicht auf die leichte Schulter genommen werden, mahnt Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der Krankenkasse Barmer GEK. „Nicht nur das Essen von Blättern, Blüten oder Beeren kann Vergiftungen auslösen. Manch unscheinbare Pflanze enthält Wirkstoffe, die in Verbindung mit Sonnenlicht phototoxische Reaktionen hervorrufen, so dass selbst bloßes Berühren zu mitunter schwerwiegenden Hautentzündungen führt“, so Petzold.

Wenn Eltern den Verdacht haben, dass das Kind womöglich giftige Pflanzenteile gegessen hat, ist der Giftnotruf die erste Anlaufstelle. Die Experten können am Telefon Tipps geben und raten gegebenenfalls zu einem Arztbesuch. Petzold empfiehlt: „Zeigt ein Kind Symptome wie Übelkeit, Schwindel und Kreislaufprobleme, sollten Eltern dringend einen Arzt aufsuchen.“

Milch und Salzwasser vermeiden

Auf keinen Fall sollten Eltern dem Kind Milch oder Salzwasser geben, wenn sie den Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung haben. Davon rät die Medizinerin ab. Denn Milch sorgt dafür, dass das Gift über den Magen schneller in den Blutkreislauf kommt, und Salz beeinflusst den Elektrolythaushalt des Kindes einseitig. Dagegen helfen Wasser, Tee oder Saft, die giftige Substanz zu verdünnen. Hautreizungen durch Pflanzen können auch mehrere Stunden nach dem Kontakt noch auftreten. Darauf sollten Eltern achten. Sind sie sehr ausgeprägt, rät Petzold ebenfalls zu einem Arztbesuch.

Als eine der giftigsten Pflanze Europas gilt der blaue Eisenhut. Das Gift kann durch die Haut eindringen. Somit sind Kinder auch gefährdet, wenn sie beim Spielen Pflanzenteile berühren. Vergiftungserscheinungen können sehr schnell auftreten. Eines der ersten Anzeichen sind ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl an den Stellen, die mit der Pflanze in Berührung gekommen sind. In diesem Fall heißt es schnell handeln.

Foto: Fotolyse - fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Giftpflanzen

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Bei Frauen mit genetisch bedingtem Lungenhochdruck kann Östrogen eine Rolle bei der Erkrankung spielen. Experimente zeigen nun, dass Medikamente, die das Östrogen hemmen, der Erkrankung vorbeugen und auch zu ihrer Behandlung dienen können.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Raum 12.109/110 im Erdgeschoss, Landsberger Allee 49, 10249 Berlin
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.