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Bei Zwillingen Geburt früher einleiten

Zwillinge, die etwas früher als erwartet zur Welt kommen, haben offenbar bessere Chancen auf eine gesunde Entwicklung als andere. Dies bestätigt eine neue Studie
Bei jeder 40. Geburt kommen Zwillinge zur Welt

Bei jeder 40. Geburt kommen Zwillinge zur Welt

Zwillinge müssen sich im Uterus der Frau den Platz teilen, der eigentlich nur für ein Kind ausgelegt ist. In den letzten Wochen der Schwangerschaft wird es daher eng. Dadurch kommt es bei Zwillingen häufig zur Frühgeburten. Dauert eine Zwillingsschwangerschaft aber genauso lange an wie vorhergesagt, können bei der Geburt leicht Komplikationen auftreten. Das britische Royal College of Obstetricians & Gynaecologists empfiehlt daher seit kurzem, die Geburt von Zwillingen bereits in der 37. Woche aktiv einzuleiten.

Die Empfehlung beruht auf einer aktuellen Studie, die im International Journal of Obstetrics and Gynaecology (BJOG) veröffentlicht wurde. An der Studie nahmen 235 Frauen teil, die mit Zwillingen schwanger waren. Bei der Hälfte der werdenden Mütter wurde eine vaginale Entbindung oder - falls er aus medizinischen Gründen angezeigt war - ein Kaiserschnitt für die 37. Woche geplant. In der anderen Gruppe wurde das natürliche Eintreten der Wehen abgewartet oder ein vorgesehener Kaiserschnitt auf den natürlichen Geburtstermin gelegt.

Geburt von Zwillingen meist ohne Komplikationen

Durch die Vorverlegung des Geburtstermins konnten neonatale Komplikationen von 12,2 Prozent auf 4,7 Prozent gesenkt werden. Als Komplikationen galten ein niedriger Apgar-Score, ein schweres Atemnotsyndrom, Krampfanfälle, systemische Infektionen oder der Tod eines der Neugeborenen. Negative Auswirkungen auf Mutter oder Kinder durch die frühe Geburtseinleitung konnten nicht festgestellt werden. Auch wurde die Rate von Kaiserschnitten dadurch nicht erhöht. Beruhigend an der Studie ist, dass auch unabhängig vom Geburtstermin der überwiegende Teil der Zwillinge komplikationslos zur Welt kommt.

Im Schnitt ist weltweit jede 40. Geburt eine Zwillingsgeburt. Allerdings gibt es hier grosse regionale Unterschiede. In Deutschland brachte im Jahr 2006 eine von 64 Schwangeren Zwillinge zur Welt. Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 1,57 Prozent. Durch künstliche Befruchtung und Hormonbehandlungen und das steigende Lebensalter der Gebärenden werden besonders in den reichen Ländern immer mehr Zwillingen geboren.

Foto: Joelle M / fotolia.com

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