. Gynäkologie

Bei starken Regelschmerzen auch an Endometriose denken

Starke Regelschmerzen sind nicht normal. In 70 bis 80 Prozent der Fälle steckt eine Endometriose dahinter. Unbehandelt kann die Erkrankung zu Unfruchtbarkeit führen.
Bei starken Regelschmerzen auch an Endometriose denken

Endometriose: Starke Regelschmerzen gehören gynäkologisch abgeklärt

Regelschmerzen gehören für viele Frauen einfach dazu. Doch bei sehr starken Schmerzen kann eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken: In 70 bis 80 Prozent der Fälle finden Frauenärzte eine Endometriose vor. Etwa jede zehnte Frau leidet an der Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Auch junge Frauen, die gerade mal ihre erste Regelblutung hatten, sind betroffen. Die Wucherungen sind zwar gutartig, gehören aber unbedingt behandelt. Denn mit der Zeit werden die Endometrioseherde immer größer, so dass sich blutgefüllte Zysten oder Verwachsungen bilden können. Laut Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der Frauenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), sind diese dann oft Ursache einer Unfruchtbarkeit. „Starke Unterleibsschmerzen sind nicht normal. Sie müssen in jedem Fall gynäkologisch abgeklärt werden“, sagt der Gynäkologe. Eine frühe Diagnose sei wichtig, um rechtzeitig eine Therapie einzuleiten und spätere Unfruchtbarkeit zu verhindern.

Endometriose ist behandelbar

Tatsächlich dauert es im Schnitt aber jedoch sechs Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Die Behandlung einer Endometriose erfolgt manchmal rein medikamentös. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien, ist eine Operation angezeigt. Teilweise werden Tabletten und Operation auch kombiniert. „Endometriose ist behandelbar“, betont Endometriose-Experte Dr. Sudip Kundu von der MHH. Die Wahl der Therapie werde nach einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung getroffen.

Endometriose-Herde breiten sich im kleinen Becken aus

Bei der Endometriose handelt es sich um die gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Herde von „versprengtem“ Gebärmuttergewebe können sich  an unterschiedlichen Stellen im kleinen Becken ansiedeln. Zyklusabhängig baut sich das Gebärmuttergewebe durch die Hormonumstellung auf und ab, es kommt zu Blutungen und starken Schmerzen. Anders als in der Gebärmutter kann das Blut nicht nach außen abfließen. So werden die Endometrioseherde immer größer.

Einen Endometriose Informationsabend veranstaltet die MHH am 14. Juli gemeinsam mit der Europäischen Endometriose Liga. 

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Gynäkologie , Schmerzen

Weitere Nachrichten zum Thema Gynäkologie

| Regelschmerzen sind für viele Frauen bis zu einem gewissen Punkt normal. Werden sie jedoch unerträglich, kann eine Endometriose dahinterstecken, eine chronische Erkrankung, die zur Unfruchtbarkeit führen kann. Die Diagnose ist schwierig, und auch die Therapie kann kompliziert sein.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Wie kann man die Überlebenschancen bei Bauchfellkrebs verbessern? Die Expertin Professor Beate Rau, Leiterin des Peritonealkarzinosezentrums der Charité, berichtet über eine neue Kombinationstherapie gegen Bauchfellkrebs und wie Patienten davon profitieren können.
. Weitere Nachrichten
Der Nutzen von Alzheimer-Tests wurde offenbar nie in Studien untersucht. Das geht aus einer Überprüfung des Igel-Monitors hervor. Ob die Früherkennung tatsächlich so sinnlos ist, wie es der Monitor jetzt darstellt, ist aber keinesfalls ausgemacht.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

Adlershof con.vent. - Veranstaltungszentrum, Rudower Chaussee 17, 12489 Berlin

Vivantes Klinikum Spandau, Neue Bergstraße 6, 13585 Berlin
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.